NATO und Türkei streiten um Kauf neuer Raketenabwehr

Die NATO und die Türkei könnten bald getrennte Raketenabwehrsysteme haben, wenn die Türkei sich für eine chinesische oder russische Luft- und Raketenabwehr entscheidet.

Momentan besteht ein Wettbewerb um einen nationalen Luft- und Raketen-Vertrag mit der Türkei. Teilnehmer sind die amerikanischen Partner Raytheon und Lockheed Martin mit dem Patriot Luftabwehrsystem. Außerdem Russlands Rosoboronexport mit der S300, Chinas CPMIEC (China Präzisions Maschinerie Export-Import Corp.) mit dem HQ-9 und die italienisch-englischen Eurosam mit dem SAMP/T Aster 30. Ende des Jahres oder Anfang nächsten Jahres will die Türkei sich entscheiden.

Die russischen und chinesischen Systeme sind nicht mit den NATO-Systemen kompatibel, könnten aber Zugang zu NATO-Informationen beschaffen und somit die NATO beinträchtigen. Dennoch will die Türkei die beiden Länder nicht vom Wettbewerb ausschließen. Ein Experte äußerte sich dazu: „Wenn beispielsweise die Chinesen den Wettbewerb gewinnen, wird ihr System direkt oder indirekt mit dem NATO-System interagieren. Dadurch könnten wichtige NATO-Informationen an die Chinesen gelangen, wenn auch unabsichtlich. Das ist also gefährlich.“

Ein anderer Experte: „Die NATO wird das nicht zulassen. Wenn die Chinesen oder die Russen den Wettbewerb gewinnen, werden die Systeme getrennt arbeiten müssen. Sie werden sicher nicht mit den NATO-Systemen verbunden werden.“ Der Experte hält es für möglich, dass die Türkei sich letztendlich nicht für China oder Russland entscheiden wird, aber sie noch in der Auswahl lässt, „um die Amerikaner und Europäer unter Druck zu setzen, damit sie ihre Preise senken“.

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