Norwegen: Killer beruft sich in Manifest auf Henryk Broder

Der streitlustige deutsche Publizist wehrt sich gegen die Vereinnahmung.

Henryk Broders Lust zur Zuspitzung bereitet ihm nun Ärger: In seinem von Hass triefenden Manifest zur Befreiung Europas von den Muslimen nennt der norwegische Massenmörder Anders Breivik auch ausdrücklich Broder als Quelle für seine weltanschaulichen Positionen.

Broder hatte in einem Interview in den Niederlanden vor der schleichenden Islamisierung Europas gewarnt. Breivik hatte die Ermordung von 76 Personen am vergangen Freitag in Oslo und Utoya damit begründet, dass er Europa von der mulikulturellen Überfremdung befreien wolle. Das im Internet augefundene 1500 seitige Manifest mit dem Titel „European Declaration of Independence“ lieferte den ideologischen Unterbau für die Wahnsinnstat. In dem Konvolut zitiert Breivik zahlreiche rechtsradikale Hassprediger.

In diesen Kontext ist auch Broder gerutscht. Er verteidigt sich im Internet gegen den Vorwurf, geistiger Wegbereiter für den terroristischen Akt zu sein. Dazu bemüht er einen etwas konfusen Vergleich von Veganern, Kanibalen und Leuten, denen das Essen nicht schmeckt.

Mit Sicherheit liegt Broder nichts ferner als jedwede Aufmunterung zur Gewalt. Aber seine Provokationen können eben doch für bare Münze genommen werden – wie der Kanon des Herrn Breivik belegt. Vielleicht sollte Broder einfach mal das Lokal wechseln.

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