Norwegen: Anwalt von Breivik will auf geisteskrank plädieren

Anders Behring Breivik, der Attentäter von Norwegen, könnte vor Gericht auf geisteskrank plädieren. Sein Anwalt hält ihn nicht für zurechnungsfähig.

Der Anwalt, Geir Lippestad, äußerte sich gegenüber norwegischen Medien: „Der ganze Fall weist darauf hin, dass er wahnsinnig ist“. Es lasse sich aber noch nicht mit Gewissheit sagen, ob Breivik auf geisteskrank plädieren werde oder ob er sich dem widersetzen wird und auf der Version beharre, im Besitz der „einzigen Wahrheit“ zu sein.

Auch die Richtigkeit der Aussage des Attentäters, er gehöre einem anti-islamischen Netzwerk an, das zwei weitere Zellen in Norwegen und noch mehr in der ganzen Welt habe, wird stark angezweifelt. Die Polizei geht davon aus, dass Anders Behring Breivik allein gehandelt hat. Eine Quelle aus den Kreisen der Ermittler: „Wir sind der Ansicht, dass der Angeklagte diesbezüglich wenig glaubhaft ist, aber niemand von uns wagt es die Richtigkeit seiner Aussage völlig auszuschließen.“

Attentate von Norwegen: Ein Verbrechen gegen die Menschheit

Die Staatsanwaltschaft werde überprüfen, ob die Taten von Anders Behring Breivik unter das Gesetz zu Verbrechen gegen die Menschheit von 2008 fallen, so der Professor für Strafgesetz an der Universität Oslo, Staale Eskeland: „Eine Gruppe von Zivilisten systematisch zu töten ist das grundlegende Kriterium“ für ein Verbrechen gegen die Menschheit, führte er aus und ergänzte, die maximale Strafe hierfür liege bei 30 Jahren im Gefängnis. Für eine Zuwiderhandlung gegen das Anti-Terror-Gesetz wären es nur 21 Jahre. In beiden Fällen könnte die Strafe um fünf weitere Jahre verlängert werden, wenn die Gefahr einer Wiederholung bestehe.

Justizminister Storberget verteidigt Polizeiarbeit

Der Justizminister Knut Storberget hat die „fantastische“ Polizeiarbeit nach den Attentaten gelobt. Dies steht der Kritik an der zu langsamen Polizeiarbeit entgegen, die von einigen Seiten geäußert wurde. Ein bewaffnetes SWAT-Team (Spezialeinheit der Polizei) benötigte über eine Stunde um die Insel Utoya zu erreichen. Storberget wehrte sich auch gegen die Behauptung, die Polizei habe Drohungen aus dem rechten Flügel Norwegens ignoriert.

Nach einer Korrektur der Opferzahlen von 93 auf 76, wird die Polizei nun in Kürze die Namen der Opfer bekannt geben, so die norwegische Nachrichtenagentur NTB.

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