Breivik bewunderte anti-muslimische Blogger

Andres Behring Breivik war ein produktiver Blogger. Daneben besuchte er hauptsächlich Webseiten, die seine eigene Weltsicht bestätigten. Sein Hauptinteresse galt vor allem denjenigen, die in der modernen Welt einen "Kampf der Kulturen" sahen, in der die christlichen Werte einer islamischen Attacke ausgesetzt wären.

Doch selten, wenn überhaupt, verbreitete Breivik seine Thesen über die Islamisierung Europas mit einem gewalttätigen Unterton. Und das, obwohl er die Anschläge über Jahre plante. Das teilte der norwegische Geheimdienst nun mit.

Laut deren Chef, Janne Kristiansen, hat es Breivik weitestgehend vermieden, sich im Netz in irgendeiner Art gewaltbereit zu äußern. Bei den Usern habe er einen moderaten Eindruck hinterlassen. Teil eines extremistischen Netzwerks sei er nicht gewesen.

Breivik besuchte vor allem islamfeindliche Seiten

Die Blogs und Internetseiten, für die sich der Attentäter begeisterte, waren pro-amerikanisch und pro-israelisch, auf der anderen Seite extrem islamfeindlich und verzweifelt darüber, ob die europäische politische Elite jemals ihren multikulturellen Fehler erkennen würde. Darunter fanden sich Seiten, die sich mit der historischen Schlacht um Wien befassen, Bücher wie „Kampf gegen Eurabia“, islamfeindliche Webseiten wie  ReligionofPeace und Atlas Shrugs, Autoren wie Pamela Geller, die sich gegen den Bau einer Moschee in der Nähe des Ground Zeros stark gemacht hatte, oder auch norwegische Seiten wie Document.no. Dort hinterließ er zum Beispiel Kommentare wie Folgendes:

„Könnt ihr EIN Land nennen, in dem Multikulturalität erfolgreich ist, wenn der Islam involviert ist? Die heutige evangelische Kirche ist ein Witz. Da gibt es Priester, die in Jeans für Palästina marschieren und Kirchen, die derart minimalistisch ausgestattet sind, dass sie wie Einkaufszentren aussehen.“

Breivik war ein wütender Einzelgänger

Doch reicht die Beschäftigung mit diese Themen und die Bestätigung durch Gleichgesinnte aus, um aus einem User einen Massenmörder zu machen? Daniel Greenfield, Inhaber des Blogs Sultan Knish, erklärt: „Breivik mit rationalen Maßstäben zu begegnen ist zwecklos. Wie viele Mörder besitzt auch er eine überdurchschnittliche Intelligenz. Gleichzeitig aber eine unterdurchschnittliche Vernunft. Wenn man den politischen Aspekt wegnimmt, dann ist Breivik wie viele Amokläufer. Er war wütend auf die Gesellschaft, ein Einzelgänger…“

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