Verdacht auf Doktorarbeit-Plagiat bleibt: Althusmann kann Uni nicht überzeugen

Wie die Universität Potsdam mitteilt, kann Niedersachsens Kultusminister Bernd Althusmann (CDU) "die Verdachtsmomente nicht hinreichend ausräumen", in seiner Doktorarbeit abgeschrieben zu haben.

Nach einer ersten Prüfung seiner Doktorarbeit steht fest: Bernd Althusmann muss weiter mit dem Vorwurf leben, sich bei geistigen Inhalten anderer Arbeiten wissentlich bedient zu haben. Nach Anhörung des CDU-Politikers durch die Uni Potsdam heißt es in einer Mitteilung der Lehranstalt: „Die Vorprüfung kommt zu dem Schluss, dass die Verdachtsmomente nicht hinreichend ausgeräumt werden konnten“. Ein „formelles Untersuchungsverfahren“ der Kommission zur Untersuchung von Vorwürfen wissenschaftlichen Fehlverhaltens soll jetzt genauer überprüfen, um was für Inhalte und in welchem Umfang es sich handelt.

Eine Bewertung der „Zeit“ war bereits zu dem Urteil gelangt, der Politiker habe „fremde gedankliche Leistungen auf versteckte Weise als eigene ausgewiesen“, was Althusmann jedoch nur mit „möglichen handwerklichen Fehlern“ kommentierte. Demnach sollen 88 von 114 untersuchten Seiten (insgesamt 290 Seiten) Unklarheiten in der Zitierweise anderer Autoren enthalten. Einen Rücktritt von seinen politischen Ämtern lehnt Althusmann zum gegenwärtigen Zeitpunkt ab.

Wegen plagiierter Doktorarbeiten mussten bereits Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) und Silvana Koch-Mehrin ihren Hut nehmen.  Auch Georgios Chatzimarkakis (FDP) und Veronica Saß, die Tochter des ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber (CSU), mussten ihre Doktortitel zurückgeben.

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