Krankenhausreport 2011: Zahl der psychischen Erkrankungen steigt

Die Entwicklung psychischer Erkrankungen verläuft in Deutschland gegen den Trend. Während die durchschnittliche Verweildauer von Patienten in Kliniken immer kürzer wird, steigt sie bei psychisch Erkrankten an.

Dieses Resultat ist das Ergebnis einer Studie der Barmer GEK. In ihrem Krankenhausreport 2011 nahmen die Experten die Patientendaten der vergangenen 20 Jahre unter die Lupe.

Insgesamt nahm die Anzahl der Kranken um 17 Prozent zu. Ungleich höher lag im selben Zeitraum die Zunahme psychischer Erkrankungen. Hier war ein Anstieg um 129 Prozent zu verzeichnen. Seien 1990 noch rund 3,7 von tausend Versicherten betroffen gewesen, so waren es 2010 bereits 8,5. Noch schneller sei hier die Zahl der Patienten angestiegen, die speziell wegen Depressionen und anderer affektiver Störungen im Krankenhaus behandelt worden seien. Seit dem Jahr 2000 ist hier ein Plus von rund 117 Prozent zu verzeichnen.

Psychische Störungen häufig durch Alkoholmissbrauch

Zu den häufigsten Erkrankungen zählen psychische Störungen auf Grund von Alkoholmissbrauch. Die Krankenkasse macht hier eine Rate von 3,78 von 1000 Versicherten aus. Damit lag sie noch vor der Herzinsuffizienz und anderen Schäden des Herzens.

Die Autorin der Studie, die Hannoveraner Medizinforscherin Eva Maria Bitzer, fand zudem heraus, dass ein Fünftel der Patienten, die wegen psychischer Erkrankungen in einem Krankenhaus behandelt werden, bereits nach drei Monaten wieder eingewiesen werden würden. In ihren Augen muss das „als Versagen der ambulanten Versorgung“ interpretiert werden. Grund sei eine nicht schnelle oder nicht ausreichend effektive ambulante Versorgung nach dem Klinikaufenthalt. „Die hohe Wiederaufnahmequote zeigt auch, dass bei den Depressionen die zentralen Behandlungsziele wie das Nachlassen der Symptome und die Vorbeugung von Rückfällen vielfach nicht erreicht werden“, so die Professorin.

Über die Ursachen des Booms bei psychischen Erkrankungen, neben Depressionen gehört hier vor allem die Schizophrenie sowie Angststörungen dazu, gibt die Studie jedoch keinen Aufschluss.

Hier der gesamte Krankenhausreport 2011 als Download.

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