Trauerfeier: Stoltenberg besucht Muslime in Oslo

Norwegens Regierungschef Jens Stoltenberg hat am Freitag, genau eine Woche nach den Anschlägen, eine Trauerfeier von Norwegens Islamischer Gemeinde in einer Osloer Mosche besucht. Norwegens Außenminister Jonas Gahr Støre nahm an der Trauerfeier für Bano Rashid, kurdischstämmige Nachwuchspolitikerin der norwegischen Arbeiterpartei, teil.

Ministerpräsident Jens Stoltenberg trauerte in Oslos größter Moschee exakt um 15:30 Uhr – der Uhrzeit, als eine selbstgebaute Autobombe des Attentäters Breivik am 22. Juli im Regierungsviertel von Oslo detonierte.

„Das Böse hat das Beste in uns hervorgebracht. Haß erzeugt Liebe“, sagte er. „Wir wollen eine Gemeinschaft sein. Unabhängig von Glauben, ethnischer Zugehörigkeit, Geschlecht oder Rang“, fügte Stoltenberg als Entgegnung auf die Angriffe des 32-jährigen Breivik hinzu, eines radikalen Christen, der mit Gewalt gegen Multikulturalismus und religiöse Toleranz kämpfte.

Bano Rashid als erstes Opfer des Massakers beigesetzt

Bano Rashid wurde als erstes der Opfer des Massakers vor einer Woche auf Utoya beigesetzt, bei dem der Attentäter Anders Behring Breivik insgesamt 68 Menschen hinrichtete. Sie wurde nur 18 Jahre alt. Ihre Schwester, die sich ebenfalls auf der Insel befand, überlebte. Die Mutter der beiden Mädchen sagte laut Medienberichten im Rahmen der Beerdigungsfeier: „Die Antwort (auf den Anschlag) muss Liebe sein, nicht noch mehr Hass.“

Imam und Priester führten gemeinsam den Trauerzug an

Rashid wurde in der Stadt Nesodden in einem muslimischen Teil des Friedhofs der lutherischen Kirche begraben, nachdem mehrere hundert Trauergäste ihrem Sarg gefolgt waren – angeführt von einem lutherischen Priester und einem Imam.

„Zu sehen, dass ein Imam und ein Priester gemeinsam aus der Kirche gingen, war ein mächtiges Bild – das stärkste Signal, dass ausgesendet werden kann, um jenen Kräften entgegenzutreten, deren Zeuge wir geworden sind“, so der Außenminister.

Bano Rashid war mit ihren kurdischen Eltern als Vierjährige aus dem Irak nach Norwegen gekommen. „Bano hat die Idee der Demokratie verstanden und wusste, dass Norwegens Zukunft auch in ihren Händen lag“, sagte Außenminister Jonas Gahr Støre.

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