Erdogan: Europa scheut Debatte um „christlichen Terror“

Der türkische Ministerpräsident Erdogan ist verwundert über die Reaktionen Europas auf die Anschläge in Norwegen. Seiner Ansicht nach "drückt sich" die christliche Welt vor einer Auseinandersetzung mit "christlichem Terror".

Auf der Rückreise von einem Staatsbesuch in Azerbaidschan in die Türkei beantwortete der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan Journalisten ihre Fragen zu den jüngsten Entwicklungen in Europa.

In dem Gespräch mit Journalisten bemerkte er, dass zurzeit niemand von christlichem Terror sprechen würde. „Die christliche Welt muss aus den Anschlägen eine Lehre ziehen. Zuerst wurde über Antisemitismus gesprochen, dann über Islamophobie und jetzt über islamistischen Terror. Aber niemand spricht von christlichem Terror. Sie drücken sich davor“, so Erdogan. Und dies, obwohl der Täter von Oslo ein „guter Christ und Tempelritter und gleichzeitig ein Terrorist“ sei.

» Lesen Sie alle Nachrichten über Terror in Norwegen

Gezielte Stimmungsmache mit dem Christentum gegen die Türkei

Auf die Frage, ob die europäischen Regierungen einen Anteil an dieser Haltung hätten, antwortete er ohne zu zögern: „Natürlich!“ An der Spitze der rechtsradikalen Entwicklungen sieht Erdogan Frankreich und die Niederlande. Die steigende rechte Gewalt müsse laut Erdogan endlich weltweit besprochen werden.

Außerdem erklärte er, das Christentum werde gezielt benutzt, um Stimmung gegen Türken zu machen. Hierbei nahm er Bezug auf das Manifest des norwegischen Attentäters Anders Behring Breivik. Dieser beschrieb seine Befürchtungen, das christliche Europa werde islamisiert, in seinem 1500 Seiten starken Manifest „European Declaration of Independence“. Er idealisierte vor allem die Kreuzzüge als Mittel der Eindämmung des Islams. Er erwähnte auch die Türkei und den Ministerpräsidenten Erdogan.

Mehr hier und hier

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.