Syrische Truppen stürmen Hama: Dutzende Tote

Am Sonntag rückte die syrische Armee mit Panzern in die Hochburg der Regimegegner und tötete dutzende Menschen.

Im Morgengrauen bombardierten die Panzer der syrischen Armee unter Bashar Al-Assad die Stadt aus vier Richtungen, wie ein Augenzeuge der Nachrichtenagentur Reuters berichtete. Auch Scharfschützen hätten wie in den vergangenen Monaten Stellung auf Dächern bezogen und feuerten auf alles, was sich bewege. Laut dem Präsidenten der nationalen Organisation der Menschenrechte, Ammar Kurabi, liege die Zahl der Toten derzeit zwischen 45 und 95 Menschen. Kurz zuvor wurde in der seit einem Monat belagerten Stadt südlich von Damaskus bereits die Strom- und Wasserversorgung gekappt. „Es sieht so aus, als erwarte die Regierung eine Eskalation der Protestbewegung in der Zeit während des Ramadan, der sie nun zuvor kommen wollen“, sagte ein Reporter von Al Jazeera, der sich zurzeit im Libanon aufhält. Die Regimegegner hatten angekündigt, ab Montag jeden Tag nach dem Fastenbrechen zu demonstrieren.

International stößt das seit vier Monaten anhaltende brutale Vorgehen der syrischen Armee auf Ablehnung. Außenminister Westerwelle zeigte sich empört: „Falls Präsident Assad weiter nicht zu einem Kurswechsel bereit ist, werden wir zusammen mit unseren Partnern in der EU weitere Sanktionen verhängen.“ Der türkische Regierungschef Recep Tayyip Erdogan, einst ein Verbündeter Asssads, hatte bereist im Mai deutlich gemacht: „Wir wollen kein neues Hama-Massaker erleben“.

1982 richtete die Armee unter Bashar Al-Assads Vater, Hafis Al-Assad, in der Stadt Hama das schlimmste Massaker in der Geschichte Syriens an: um die 30.000 Menschen starben. Ein Ereignis, dass den Menschen in Syrien noch immer im Nacken sitzt und auch dazu geführt hat, dass sich erst nach und nach Proteste bildeten. Seit dem Beginn der Proteste in Darraa sind rund 1.600 Menschen getötet worden, fast 3.000 verschwanden und rund 26.000 wurden inhaftiert, teilte die Aktivistengruppe Avaaz in einem Bericht vergangene Woche mit.

Ein Video von Al Jazeera beschreibt das Vorrücken der Armee und zeigt die Proteste:

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