Sturm auf Hama: Der Geist des Ramadans ist ruiniert

Am vergangenen Sonntag rückte die syrische Armee mit schwerem Geschütz in der Rebellenhochburg Hama ein. Vermutlich über 100 Menschen verloren ihr Leben. Nicht nur der türkische Außenminister Ahmet Davutoğlu ist empört. Auch in Deutschland wächst der Unmut. Jetzt soll die UNO beraten.

Das Massaker, das sich am Vorabend des Fastenmonats Ramadan in Hama zugetragen hat, löste weltweites Entsetzen aus. Der türkische Außenminister Ahmet Davutoğlu zeigte sich empört. Der Überfall habe den Geist des Ramadans ruiniert. „Der Zeitpunkt ist zutiefst falsch gewählt (…). Wir verurteilen das scharf“, so Davutoğlu kurz vor seinem Abflug in Richtung Norwegen, wo er am Montag am Begräbnis von Gizem Doğan, die bei dem Amoklauf in Utoya ums Leben kam, teilnehmen wird. „Auf Grund der Ereignisse in Syrien können wir in der Türkei den Geist des Ramadans nun nicht mehr genießen.“

Auch über die Vorgehensweise zeigte sich der türkische Außenminister zutiefst schockiert. Es sei von vorneherein klar gewesen, dass der Einsatz von Panzern diese Konsequenzen haben werde. Der gesamte Einsatz sei absolut inakzeptabel.
Nichtsdestotrotz wolle die türkische Regierung weiterhin Kontakt zum Regime Baschar al-Assads halten und es hinsichtlich einer vernünftigen Lösung beraten. „Gemeinsam mit der restlichen muslimischen Welt ist die Türkei tief enttäuscht und zugleich traurig über die aktuellen Entwicklungen am Vorabend des heiligen Fastenmonats Ramadan.“ Eigentlich habe man eine Atmosphäre des Friedens und der Ruhe schaffen wollen. Auch die Bürger von Hama hätten das im Sinn gehabt.

Erdogan erinnert an das Massaker von 1982

Bereits im Mai hatte auch der türkische Premier Recep Tayyip Erdogan mit Blick auf die Ereignisse im Jahr 1982 eine Mahnung in Richtung des 45-jährigen al-Assad ausgesprochen. „Wir wollen kein zweites Massaker in Hama erleben“, so Erdogan in Anbetracht von Tausenden Toten durch die Hand von Hafis al-Assad. Gleichzeitig warnte er vor harten Konsequenzen.

Davon will Syriens Präsident Baschar al-Assad allerdings nichts wisssen. Er verteidigte das Vorgehen als Reaktion auf eine Verschwörung. Diese habe die Zerschlagung Syriens und der gesamten Region zum Ziel. „Verschwörungen machen uns nur stärker“, so al-Assad kämpferisch.

Syrisches Regime soll international isoliert werden

Unterdessen hat Deutschland eine Sitzung des Weltsicherheitsrats bei den Vereinten Nationen beantragt, die noch für diesen Montag erwartet werden. Und auch US-Präsident Obama war aktiv. Er teilte mit, dass die USA gemeinsam mit anderen Staaten weiter daran arbeiten würden, die Führung in Damaskus international zu isolieren.

http://www.youtube.com/watch?v=7IYp5RZWHZU

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