Organschmuggel: Zahlreiche Festnahmen in der Türkei

Bereits am vergangenen Freitag sollen in Istanbul gut 20 Personen wegen des Verdachts auf Organschmuggel verhaftet worden sein. Im Falle einer Verurteilung drohen ihnen bis zu 15 Jahren Haft.

Unter den Verdächtigen sollen sich auch mehrere Ärzte befinden. Die Festnahmen erinnern an den Chirurgen Yusuf Ercon Sönmez. Der hatte in der Vergangenheit zahlreiche Nieren illegal transplantiert. Im vergangenen Januar nahm ihn die Polizei in Gewahrsam. Vor wenigen Wochen kam es zur Anklage.

Die Geschehnisse vom Freitag sind jedoch nicht die ersten Ermittlungserfolge im Zusammenhang mit Organhandel. Bereits zur Wochenmitte wurden sieben Moldawier des Organhandels bezichtigt. Wie die dortigen Behörden mitteilten, waren die Festgenommenen Teil eines international agierenden Netzwerks, das Nieren von elf Moldawiern weiter vermittelte. Demnach wurden bereits seit 2001 arme Landsleute dazu gezwungen ihre Nieren für illegale Transplantationen zu verkaufen. Dafür hätten sie zwischen 2,760 und 6,920 Euro erhalten.

Die Personen seien in eine Klinik in die Türkei gebracht worden. Dort sollen ihnen, soweit sie gesund gewesen seien, die Organe entnommen worden sein. Die Ermittlungen laufen bereits seit 2003.

Türkischer Arzt Yusuf Ercon Sönmez im Januar verhaftet

Im Zuge einer Strafrechtsreform in der Türkei im Jahr 2005 wurde der Organhandel als explizites Verbrechen definiert. Entsprechende Vergehen können seitdem mit bis zu 15 Jahren Haft belegt werden. Zuletzt hatte der Fall des türkischen „Dr. Frankensteins“, Chirurgen Yusuf Ercon Sönmez, für Aufsehen gesorgt. Im Januar war er in Istanbul wegen mutmaßlicher Beteiligung am Organhandel im Kosovo verhaftet worden. Zuvor wurde er von Interpol gesucht.

Mehr hier und hier.

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.