Schwimm-WM in Shanghai: Türkei geht komplett leer aus

Bei der 14. Schwimm-WM in Shanghai waren die Bemühungen der türkischen Athleten nicht von Erfolg gekrönt. Medaillen gab es keine. Jetzt ist guter Rat teuer. Wo sollen die Talente herkommen? Sollten die Trainer anfangen an den türkischen Küsten zu suchen?

Eigentlich müsste es in der Türkei genügend Menschen mit einem Faible für das kühle Nass geben. Gleich von drei Seiten her ist das Land mit Wasser umgeben: Im Norden liegt das Schwarze Meer, im Süden plätschert das Mittelmeer und im Westen schwappt das Ägäische Meer an die türkische Küste. Doch offenbar wurden diese Talente bisher nicht entdeckt.

Bei der am vergangenen Sonntag zu Ende gegangenen 14. Schwimm-Weltmeisterschaft in Shanghai war von ihnen jedenfalls nichts zu sehen. Es waren andere, die beeindrucken konnten. Der Chinese Sun Yang war auf uneinholbarer Weltrekordjagd und knackte die alte Marke von Grant Hackett. Ebenso der 26-jährige Amerikaner Ryan Lochte, der seine fünfte Goldmedaille erschwamm. Ganz zu schweigen von Michael Phelps, dem wohl erfolgreichsten Athleten dieser Weltmeisterschaft.

Vom 16. bis 31. Juli nahmen Athleten aus 181 Nationen am Wettbewerb teil. Insgesamt 2220 Sportler gingen an den Start. Am Ende hatten die USA auch im Gesamtklassement die Nase vorn. Sie konnten 17x Gold, 6x Silber und 9x Bronze einstreichen.

Türkische Schwimmer blickten fassungslos in Richtung Becken

Das türkische Team bestehend aus Ömer Aslanoğlu, Burcu Dolunay, Yeşim Giresunlu, Hazal Sarıkaya, Nezir Karap, Iris Rosenberger, Melis Öner, Tuğçe Tanış and Laçin Akçal dürfte mit großer Bestürzung zugesehen haben, wie diese vermeintlichen „Aliens“ die Becken durchpflügten und einen Erfolg nach dem anderen einfuhren. Doch nicht nur die türkischen Sportler waren fassungslos. Auch ihren Trainern erging es so. Dimitrij Mancevic, Ali Can, Ali Özüak, Anna Vantorina und Masseur Ali Doğan konnten es nicht glauben. Gemeinsam mit dem administrativen Team bestehend aus Ahmet Bozdoğan, Onat Yıldırım, Cem Görgül, Ozan Bozdoğan, Tamer Taşpınar, Namık Kemal Er, Ömer Alporal, Cem Yıldırım starrten sie entgeistert in Richtung der Pools.

Die Nachwuchsstars leben an den türkischen Küsten

Für Chef-Coach Mancevic ist nun guter Rat teuer. Einfach nur in Istanbul oder Ankara sitzen und warten bis die Nachwuchstalente an seine Tür klopfen, das ist zu wenig. Eigentlich müsste er sich sofort in Richtung der drei Küsten aufmachen, um dort nach den Champions der Zukunft Ausschau zu halten.

Denn eines ist gewiss: Die Türken lieben das Schwimmen – ihnen fehlt es nur an Geschwindigkeit. Dort in den Küstenregionen können selbst Kinder, die nicht einmal sicher laufen, in ihren Einwegwindeln bereits schwimmen wie die Großen. Genau dort sollte mit der Talentsuche begonnen werden.

Mehr hier.

Lesen Sie dazu außerdem:

Weg aus Shanghai: Britta Steffen flüchtet vor der Schwimm-WM

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.