Ramadan: Profi-Fußballer müssen nicht fasten

Seit Jahren gibt es nicht nur in Deutschland Unstimmigkeiten über das Fasten im Ramadan bei Sportlern. Besonders in der Türkei haben die Fußballer mit der großen Hitze im Fastenmonat zu kämpfen.

Dieses Jahr fällt der Ramadan in den August. Wie schon in den letzten Jahren gibt es vor allem im Profi-Fußball Unstimmigkeiten bei diesem Thema. Bereits 2010 hatten sich die Deutsche Fußball Liga (DFL), der Deutsche Fußball Bund, der Zweitligist FSV Frankfurt und der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) ausführlich mit dem Fasten der Fußballer befasst. Der Zentralrat bot seine Hilfe in Form von Vertrauensgesprächen mit muslimischen Spielern, Vereinsverantwortlichen und Funktionären an, um so Kompromisse zu erzielen.

Profi-Fußballer sind vom Fasten befreit

Klarheit brachte letztendlich das eingeholte Rechtsgutachten aus Kairo. Die Zuständigen der Al-Azhar Universität erklärten: „Der Arbeitsvertrag zwischen dem Spieler und dem Verein zwingt den Spieler zu einer bestimmten Leistung, und wenn diese Arbeit, laut Vertrag, (nicht für Amateur- und Hobbyfußball) seine einzige Einkommensquelle ist und wenn er im Monat Ramadan die Fußballspiele bestreiten muss und das Fasten Einfluss auf seine Leistung hat, dann darf er das Fasten brechen.“

Der Vorsitzende des Zentralrats, Aiman Mazyek, begrüßte die Erklärung: Der muslimische Profi kann die Fastentage in der spielfreien Zeit nachholen und erweist somit Gott und dem heiligen Monat Ramadan weiterhin die Ehre und den Respekt“.

Ärzte überwachen türkische Fußballer

In der Türkei sind fastende Profi-Fußballer keine Einzelfälle. Den Spielern ist das Fasten freigestellt. Sie entscheiden selbst, ob sie sich das Fasten zutrauen. Ihre Gesundheit gefährden sie dabei nicht, denn die Vereine stellen ihren Spielern zum Ramadan Ärzte zur Verfügung, die regelmäßig den Gesundheitszustand der Fußballer kontrollieren und das Fasten überwachen. Individuell wird entschieden, wer bei der überdurchschnittlichen Hitze, die zurzeit in der Türkei herrscht, zum Fasten in der Lage ist.

Auch in Deutschland sind Spieler bekannt, die sich dem Fasten mit Begründung auf ihre Tätigkeit als Leistungssportler entziehen. So etwa Tunay Torun, der deutsch-türkische Neuzugang bei Hertha BSC, dem Aufsteiger aus Berlin, oder auch Franck Ribery vom FC Bayern München.

Mehr hier

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.