Stuttgart 21: Geißler hält sein Goebbels Zitat für harmlos

Nach einer weiteren Runde zwischen Befürwortern und Gegnern des Bahnprojekts Stuttgart 21 zitierte der Schlichter Heiner Geißler Joeseph Goebels und fragte: "Wollt ihr den totalen Krieg?". Auch in einem Interview am Dienstag hält er diesen Satz noch immer für harmlos.

Gegner und Befürworter von „Stuttgart 21“ hatten letzten Freitag noch einmal über den geplanten, tiefergelegten Hauptbahnhof in Stuttgart diskutiert. Zum Abschluss schlug der frühere CDU-Generalsekretär Heiner Geißler vor, man könnte den alten Bahnhof größtenteils stehen lassen und um einen neuen, unterirdischen Teil erweitern. „Frieden für Stuttgart“ heißt dieser Plan, die Demonstranten gehen aber weiter auf die Straße. Ein Eklat im Gespräch: Am Ende verwies Geißler auf eine Aussage von Joseph Goebbels: „Wollt ihr den totalen Krieg?“

Nazi-Jargon über den Krieg für die Demonstranten

In einem Interview im Deutschlandfunk am Dienstag erklärte Geißler daraufhin, er habe nur versucht, „mal klarzumachen, was los ist. Man kann doch nicht dauernd in Entweder-Oder-Kategorien denken, sondern es gibt auch das Denken Sowohl-Als-Auch […]“ Auf die Frage des Moderators hin, ob er dadurch nicht die Sprechweise der Nazis verharmlost habe, entgegnete Geißler: „Ach was, das ist keine Sprechweise der Nazis. Der totale Krieg, den gibt es auch anderswo, den haben wir zurzeit in Syrien.“

Und etwas später: „[…] ich glaube, Sie sind wohl auf dem Mond zu Hause, mir zu unterstellen, ich wollte hier die Nazis verharmlosen! […] Ja, ich habe das benutzt, um die Situation klarzumachen. Waren Sie schon mal in Stuttgart und haben Sie es erlebt, was da los ist? Sie haben ja gerade Auszüge aus dieser Demonstration gebracht. Das ist ein verbaler Krieg, den wir dort haben.“ Seine Formulierung zurück zu nehmen hält Geißler nicht für angebracht.

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