Historischer Prozess: Mubarak plädiert auf „nicht schuldig“

Der ehemalige ägyptische Präsident, der wegen Korruption und der unrechtmäßigen Tötung von Demonstranten in Kairo vor Gericht steht, hält sich selbst für unschuldig.

Ägyptens Ex-Präsident Husni Mubarak hat Vorwürfe der Korruption und Komplizenschaft bei der Ermordung von Demonstranten zu Beginn seines historischen Gerichtsprozesses in Kairo zurückgewiesen. Das erste Mal in der Geschichte Ägyptens muss sich ein ehemaliger Präsident vor Gericht verantworten.

„Ich dementiere alle Vorwürfe kategorisch“, sagte Mubarak bei seinem ersten Erscheinen vor Gericht am Mittwoch. Es war zugleich der erste öffentliche Auftritt, seit der Diktator in einem Volksaufstand gestürzt wurde. Mubarak war in einem Krankenbett in den Verhandlungssaal geschoben worden. Von dort aus, hinter den Gittern eines Käfigs, sprach der Angeklagte.

„Das war der Traum der Ägypter, um ihn so zu sehen, gedemütigt“

Das Spektakel wurde im staatlichen Fernsehen ausgestrahlt. Der vorsitzende Richter Ahmed Refaat vertagte den Prozess später. Das Verfahren soll am 15. August wieder aufgenommen werden.

Es war die größte Demütigung für den ehemaligen ägyptischen Präsidenten seit seinem Sturz vor fast sechs Monaten nach einem 18-tägigen Aufstand.

Mubarak sieht sich Vorwürfen ausgesetzt, die auf vorsätzlichen Mord, das Töten von Demonstranten, gewaltsame Übergriffe auf Zivilisten, Amtsmissbrauch und Korruption lauten. Auch die beiden Söhne Mubaraks, Gamal und Alaa, die ebenfalls wegen Korruption vor Gericht stehen, bestreiten die Vorwürfe gegen sie. Sie begleiteten ihren Vater in den Metall-Käfig , beide trugen weiße Häftlingskleidung.

„Das war der Traum der Ägypter, um ihn so zu sehen, gedemütigt, wie er sie in den letzten 30 Jahren gedemütigt hat“, sagte Ghada Ali, die Mutter eines 17-jährigen Mädchens, die während einer Razzia  in der Stadt Alexandria erschossen wurde . „Ich möchte sehen, wie ihr Herz explodiert, so wie das Herz meiner Tochter von einer ihrer Kugeln explodierte“, sagte Ali gegenüber der Nachrichtenagentur Associated Press.

Nach landesweiten Massenprotesten war Mubarak am 11. Februar 2011 nach fast 30 Jahren an der Macht zurückgetreten. In einem Krankenhaus im Badeort Scharm el Scheich war er daraufhin formell unter Haft gestellt worden.

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