Die meisten Kinder: Türkei Europameister, Deutschland auf dem letzten Platz!

Deutschland ist das kinderärmste Land Europas, sagen die neuen Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Den Rekord der meisten Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren hält die Türkei.

Gerade einmal 16,5 Prozent der über 81 Millionen Menschen in der Bundesrepublik sind jünger als 18 Jahre. Dies geht aus einem am Mittwoch in Berlin vorgestellten Bericht des Statistischen Bundesamtes über die Lebenssituation von Kindern in Deutschland hervor.

Zum Vergleich: Fast jeder dritte, das sind 31,2 Prozent, der über 72 Millionen in der Türkei lebenden Menschen ist jünger als 18 Jahre! Einzig Frankreich kann da noch halbwegs mithalten. Hier liegt der Anteil der Kinder und Jugendlichen an der Gesamtbevölkerung immerhin noch bei über 22 Prozent. In Großbritannien, den Niederlanden oder den skandinavischen Länder kommt man ebenfalls über 20 Prozent.

Jedes sechste Kind in Deutschland gilt als arm

Die Zahl der Minderjährigen sei in den vergangenen zehn Jahren um 2,1 Millionen auf 13,1 Millionen gesunken, geht des Weiteren aus dem Bericht des Statistische Bundesamt am Mittwoch in Berlin hervor. Besorgniserregend zudem: Jedes sechste Kind gilt als arm. Besonders häufig von Armut betroffen sind Kinder von Alleinerziehenden.

Ebenso abgeschlagen wie Deutschland liegen Bulgarien mit 16,7 Prozent und Italien mit 16,9 Prozent in der EU-Statistik zurück. Doch innerhalb Deutschlands gibt es gravierende Unterschiede: Während im Westen seit der Jahrtausendwede die Zahl der Kinder um zehn Prozent zurückging, fiel der Schwund im Osten mit fast 30 Prozent um einiges gravierender aus.

Der Bericht der Statistiker zur Lebenslage von Kindern und Jugendlichen in Deutschland befasst sich auch mit den Familienstrukturen in den alten und neune Bundesländern: Im alten Bundesgebiet leben dem jüngsten Mikrozensus 2010 zufolge noch 79 Prozent der Minderjährigen bei ihren verheirateten Eltern. Auch diesmal sieht die Lage im „anderen Teil Deutschlands“ ganz anders auch. Hier sind es nur noch 58 Prozent. Fast jedes vierte Kind im Osten lebt derzeit bei einem alleinerziehenden Elternteil – im Westen sind es 15 Prozent. In dieser Gruppe ist auch am häufigsten Armut anzutreffen. Insgesamt gelten hierzulande 15 Prozent der Kinder als arm. Stand Ende 2010 lebten 1,96 Millionen Kinder unter 18 Jahren in Hartz-IV-Bedarfsgemeinschaften.

Betreuung für unter Dreijährige wird weiter ausgebaut

Die Auswirkungen auf Grund knapper Kassen sind weitreichend: sieben Prozent der Familien mit Kindern unter 16 Jahren können diesen keine regelmäßige Freizeitbeschäftigung wie Sport oder Musizieren ermöglichen. Ein Urlaub ist für 22 Prozent gar nicht drin. Verantwortlich dafür ist nach Ansicht von IG Metall-Chef Berthold Huber die „prekäre Arbeit und Niedriglohn“ Situation. Vor allem Alleinerziehende hätten schlechte Chancen auf einen Vollzeit-Job oder überhaupt eine Stelle, die nicht im Niedriglohnsektor liege. Leidtragende sind auch hier die Frauen, die vorwiegend in Teilzeit und in Mini-Jobs arbeiten.

Dennoch sei die Bundesregierung mit ihren familienpolitischen Maßnahmen auf einem richtigen Weg, urteilte Familien-Staatssekretär Josef Hecken. Der Rückgang der Kinderzahl zeige, „wie wichtig eine nachhaltige Familienpolitik ist“. In Sachen Kinderbetreuung für die unter Dreijährigen kommt man jedenfalls voran. Mehr als 470.000 Kleinkinder wurden 2010 in einer Kita oder von einer Tagesmutter betreut. Bis 2013 soll hier noch einmal auf 750.000 Plätze aufgestockt werden.  Die Haushaltsprobleme der Kommunen stehen hier allerdings auf einem anderen Blatt.

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