Türkische Regierung kündigt Syrien die Freundschaft auf

Der türkische Vize-Premier Bülent Arınç hat die syrische Regierung für ihre brutale Niederschlagung in der Stadt Hama am vergangenen Sonntag scharf verurteilt. Mehr als 100 Zivilisten kamen bei der "Greueltat" ums Leben. Mit einem Regime, das so handle, könne man nicht freundlich umgehen.

„Was da in Hama passiert ist nichts weniger als eine schreckliche Greueltat. Mit jemandem, der so etwas begeht, können wir nicht länger freundlich bleiben“, so Bülent Arınç, der vor Reportern betonte, dass er für sich selbst, und nicht im Namen der türkischen Regierung spreche. Nichtsdestotrotz rief er alle verantwortlichen Parteien dazu auf, als „eine türkische Stimme“ zu agieren, um sich entschieden gegen diese Gewalt zu stellen, bevor man „unter dem Gewicht der Tränen und dem Leid Tausender unschuldiger Syrier zerquetscht“ werde.

Es sei blanker Hohn, was Baschar al-Assadhier vollführe. Weder Allah noch die Menschen wollen einen solchen Unterdrücker. Eine „unstillbare Gier nach Blut“ habe das Regime geblendet als sie ihre eigenen Leute umbrachten, beschreibt Bülent Arınç die Ereignisse.

Diplomatische Bemühungen der Türkei liefen ins Leere

Arınç ist überzeugt, dass sich die Türken einig seien, dass man sich geschlossen gegen ein solches gewalttätiges Vorgehen aussprechen müsse. Seiner Meinung nach sei es sogar eine der obersten Pflichten der Muslime. Vor ihm hatten bereits Außenminister Ahmet Davutoğlu und Präsident Abdullah Gül scharfe Worte in Richtung Syrien gerichtet. Sie verurteilten nicht nur die Geschehnisse in Hama, sondern forderten zuvor auch einen sofortigen Waffenstillstand, um in einem friedlichen Dialog mit Syrien nach Lösungen zu suchen. Ihr Appell verkehrte sich am Vorabend des Ramadanbeginns jedoch ins Gegenteil.

Die Spannungen der beiden Nachbarländer nahmen seit Beginn der Unruhen im vergangenen Januar mehr und mehr zu. Ihren Höhepunkt erreichten sie als mehr als 10.000 Menschen vor der Gewalt in ihrer Heimat über die türkische Grenze flohen. In riesigen Zeltstädten fristeten sie über Wochen während das Militär auf beiden Seiten ihre Truppen zusammenzogen.

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