Weil ihm ein Polizist drohte: Kindsmörder Gäfgen erhält 3000 Euro

Der verurteilte Kindsmörder Magnus Gäfgen bekommt vom Land Hessen 3000 Euro Schmerzensgeld zuerkannt. Das entschied jetzt das Frankfurter Landgericht. Ein Polizist hatte ihm nach seiner Festnahme offenbar Gewalt angedroht.

Der seit Juli 2003 wegen Menschenraubs und Mordes zu lebenslanger Haft Verurteilte erhält die Summe, weil nach Ansicht des Gerichts während eines Verhörs im Jahr 2002 seine Menschenwürde verletzt worden sei.

Magnus Gäfgen hatte vor nunmehr neun Jahren einen elfjährigen Bankierssohn entführt und ermordet. Während der Ermittlungen hatte ihm ein Beamter offenbar mit „unvorstellbaren Schmerzen“ gedroht, falls er den Aufenthaltsort des Buben nicht nennen würde.

Magnus Gäfgen angeblich von Drohungen traumatisiert

Am Donnerstag entschied nun das Gericht. So hätten die Polizisten nicht agieren dürfen. Ihr Verhalten, das bereits 2004 durch Geldstrafen sanktioniert wurde, stelle laut Vorsitzendem Richter Christoph Hefter eine „schwerwiegende Rechtsverletzung“ dar.  Es sei vorsätzlich erfolgt ohne dass zuvor alle anderen Wege der Wahrheitsfindung ausgeschöpft worden wären. Ursprünglich hatte Gäfgen wegen Androhung von Folter sogar 10.000 Euro gefordert.  Denn die Drohungen von Gewalt und Schmerzen, die während der Vernehmung ausgsprochen worden seien, hätten ihn traumatisiert, so der heute 36-Jährige. Außerdem sei er währenddessen geschubst und geschlagen worden.

Als Jura-Student hatte Magnus Gäfgen den damals elfjährigen Jakob von Metzler in seine Wohnung gelockt und anschließend getötet. Von dessen Eltern erpresste er eine Million Euro Lösegeld.

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