Neue Militärführer in der Türkei ernannt

Nach mehrtägigen Beratungen des Obersten Militärrats hat der türkische Präsident Abdulla Gül am Donnerstag die neuen Militärführer bestätigt.

Der bisherige Kommandeur der Militärpolizei, der 50-jährige Necdet Özel aus Ankara, wurde nun zum neuen Generalstabschef der zweitgrößten Nato-Streitmacht ernannt. Der bisherige Chef, Isik Kosaner, war vor einer Woche gleichzeitig mit den Führungskräften des Heers, der Luftwaffe und der Marine zurückgetreten, um geschlossen ihren Protest gegen die Inhaftierung von 250 unter Putschverdacht stehenden Generälen und Offizieren zum Ausdruck zu bringen.

Laufbahnen der mutmaßlichen Putschisten werden eingefroren

Neu ist neben Özel auch General Hayri Kıvrıkoğlu. Der Heereskommandeur wurde 1948 in Konya geboren. Marinechef wird Emin Murat Bilgel. Bilgel kam 1952 in Istanbul zur Welt. Zum Kader gehören jetzt auch Luftwaffenchef Mehmet Erten sowie Gendarmerie-Kommandeur Bekir Kalyoncu.

Die Wahl ist nicht unstrittig. Immerhin scheiterte die Beförderung einiger Generäle, die vom Rang her für Kommandeursposten in Frage gekommen wären, am Einspruch von Premier Recep Tayyip Erdogan und Staatspräsident Abdullah Gül. Seit vergangenen Montag liefen die Verhandlungen. Ursprünglich hatten die Militärs auch die Beförderung von 14 Generälen verlangt, die wegen mutmaßlicher Beteiligung an Putschplänen gegen den Premierminister derzeit in Untersuchungshaft sitzen. Die türkische Regierung schlug diese Forderung allerding aus. Der jetzt beschlossene Kompromiss sieht vor, dass die Laufbahnen der Beschuldigten für ein Jahr eingefroren werden.

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