Börsen stürzen ab: Angst vor einem „schwarzen Freitag“

An den Börsen herrscht Panikstimmung. Nach den asiatischen Börsen gibt es heute auch an den europäischen Börsen nur einen Befehl: "Verkaufen!" Die Märkte sorgen sich um die amerikanische Wirtschaft und die europäischen Schuldenberge. Der DAX ist tief im Minus, Händler sprechen von panikartigen Verkäufen.

Barroso warnt vor Ausweitung der Krise innerhalb der EU

EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso warnte am Donnerstag, es sei möglicherweise nicht genug getan worden, um ein Sich-Ausbreiten der von Italien und Spanien ausgehenden Ansteckungsgefahr auf den Rest Europas zu verhindern. In einem Brief an alle 27 Mitglieder der EU bat er sie erneut um „volle Unterstützung“, den Euro zu schützen: „Die Märkte sind weiterhin davon überzeugt, dass wir geeignete Schritte zur Lösung der Krise unternehmen“, erklärte Präsident Barroso. „Es ist klar, dass wir nicht mehr nur eine Krise innerhalb den Grenzen der Euro-Zone managen.“ Er fügte hinzu: „Die finanzielle Stabilität der Euro-Zone muss gewährleistet sein, mit allen EU-Institutionen, mit der vollen Unterstützung aller Euro-Mitgliedsstaaten.“ Barroso fordert die Aufstockung des beim kürzlichen Euro-Krisengipfel in Brüssel beschlossenen Euro-Krisenfonds mit weiteren Milliarden.

Italien und Spanien sind die Sorgenkinder

Der Dax stürzte am Donnerstagabend auf ein neues Jahrestief. Als Grund wird schwindendes Vertrauen in das Krisenmanagement von Politik und Notenbanken genannt, welches derzeit die Anleger vergrault. Bezweifelt wird vor allem, dass es gelingt, die Schuldenkrise gleich mehrerer betroffener europäischer Länder – namentlich vor allem zwei ihrer größten Volkswirtschaften,  die bereits genannten Spanien und Italien – in den Griff zu bekommen. Der Leitindex in Italien sank am Donnerstag um 3,5 Prozent, ebenso in Spanien. Auch der wachsende Schuldenberg der USA, der durch die dortigen Querelen der vergangenen Tage um eine Anhebung der Schuldenobergrenze noch einmal offensichtlich wurde, wird  mitverantwortlich gemacht. Hinzu kommen wachsende Konjunktursorgen in den USA, viele Experten sprechen von einem Stillstand der Wirtschaft der Supermacht. Der Dow Jones rutschte in den USA um 4,3 Prozent ab – so tief wie seit dem Oktober 2008 nicht mehr.

100 Milliarden Euro innerhalb von einer Woche verbrannt

Der Dax beendete den Handel am Donnerstag nach dem siebten Tagesverlust in Folge mit 3,4 Prozent im Minus bei 6414 Punkten – ein Wert, der ebenfalls stark an das Jahr 2008 erinnert. Insgesamt lässt sich die Schrumpfung mit 13 Prozent seit Beginn der Talfahrt benennen. Das Minus des Börsenwertes aller 30 im deutschen Leitindex gelisteten Unternehmen wird in Zahlen mit fast 100 Milliarden Euro angegeben. Auch andere europäische Börsen verzeichneten zum Teil massive Verluste.

Merkel, Sarkozy und Zapatero wollen telefonieren

In den USA wird derweil zunehmend kritisiert, dass die G7-Staaten kein Konzept entwickeln, um das Problem in Europa gemeinsam effektiv anzugehen. Die G7-Staaten würden nicht beabsichtigen, ein koordiniertes Vorgehen bezüglich der europäischen Krise zu veranlassen und als eine Krise zu sehen, die von Europa gelöst werden müsse, heißt es etwa im „Wall Street Journal„. Am Freitag wollen der französische Präsident Nicolas Sarkozy, Bundeskanzlerin Angela Merkel und der spanische Ministerpräsident Jose Luis Rodriguez Zapatero per Telefonkonferenz miteinander über die sich zuspitzende Krise beraten.

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