Missbrauchte Frauen: Selbstmordrisiko um bis zu 90 Prozent erhöht

Vergewaltigung, sexuelle Nötigung, Gewalt durch den eigenen Partner und Stalking erhöhen das Risiko von Frauen im Laufe ihres Lebens an psychischen Störungen zu erkranken. Das haben australische Forscher herausgefunden.

Besonders dramatisch: Wird sich an einer Frau dreimal oder mehr vergangen, steigt das Selbstmordrisiko auf fast 90 Prozent an. Studienleiterin, Dr. Susan Rees, von der University of New South Wales, untersuchte die Daten von 4,451 zwischen  16 und 85 Jahren.

In Australien sind gut 15 Prozent aller Frauen schon einmal sexuell belästigt worden, neun Prozent mussten schon einmal eine Vergewaltigung über sich ergehen lassen. Acht Prozent widerfuhr Gewalt durch den eigenen Partner und  zehn Prozent leiden unter Stalking.

Opfer leiden ihr ganzes Leben unter den sexuellen Übergriffen

Die Untersuchung, die im „Journal of the American Medical Association“ veröffentlicht wurde, zeigt auf, dass die vier häufigsten Formen sexuellerÜbergriffe mit weitreichenden Folgen für die Betroffenen verbunden sind. Nicht wenige leiden an ernsthaften psychischen Störungen, viele von ihnen ein Leben lang. Auch körperliche Folgen sind nicht selten. Insgesamt bedeutet das Vorgefallene für die Opfer oftmals eine immense Einschränkung der Lebensqualität – für den Rest ihres Lebens.

„Es war die Stärke dieser Zusammenhänge, die uns schockierte“, berichtet Rees. Demnach gebe es eine überwältigende Verbindung zwischen geschlechtsspezifischer Gewalt und den wichtigsten Indikatoren der psychischen Gesundheit von Frauen, ihrem Wohlbefinden und dem Risiko von Suizidversuchen. Für Frauen, die zweimal einer solchen Gewalt ausgesetzt waren, betrug das Risiko von psychischen Störung 69 Prozent. Unter denjenigen, die so etwas drei oder mehrmals erleben mussten, gab es eine Wahrscheinlichkeit von 89,4 Prozent. Im Vergleich: 28 Prozent begingen Selbstmord ohne, dass ihnen derartiges widerfahren sei. Insgesamt, so fasst Rees zusammen, gab es eine besonders starke  Verbindung zwischen geschlechtsspezifischer Gewalt und post-traumatischen Belastungsstörungen.

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