Wegen Twittern im Gerichtssaal: Julia Timoschenko muss in U-Haft

Weil sie von der Anklagebank aus mit ihrem iPad spöttische Botschaften über Twitter verbreitet hat, ist Julia Timoschenko, ehemalige Ministerpräsidentin der Ukraine, von einem Gericht in der Ukraine am Freitag in Untersuchungshaft genommen worden.

Erst durfte sie die ukrainische Hauptstadt Kiew nicht verlassen, nun sitzt sie in Untersuchungshaft. Bereits seit Ende Juni muss sich die 49-Jährige in einem Prozess wegen Amtsmissbrauchs verantworten. Zur Last gelegt wird ihr, während ihrer Regierungszeit im Jahr 2009 für die Ukraine ungünstige Gas-Verträge mit Russland geschlossen zu haben, welche das Land Millionenbeträge in dreistelliger Höhe gekostet haben sollen. Für Timoschenko sind die Vorwürfe eine Erfindung des politischen Gegners.

Ihre Twitter-Aktivitäten im Gerichtssaal wertete der Richter als „systematische Verstöße“ gegen die Gerichtsordnung. In ihren Tweets hatte sie über Regierungschef Mikola Asarow spöttische Kommentare verbreitet, der als Zeuge für die Anklage zugegen war. So hatte sie etwa geschrieben, dieser brauche „eine Massage, eine Tasse Tee und vollkommene Ruhe“. Ein weiterer ironischer Kommentar von ihr zum Antrag auf Untersuchungshaft lautete: „Jetzt also weiter mit einem Antrag auf Hinrichtung durch Erschießen. Gebt ihr (der Staatsanwältin) den Revolver“.

Nach der Verhandlung kam es vor dem Gerichtsgebäude zu tumultartigen Szenen von Timoschenko-Anhängern mit der Polizei.

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