Erdogan zu Syrien: „Unsere Geduld ist am Ende!“

Trotz Warnungen schickte Syriens Präsident Assad 250 Panzer in die syrische Ölstadt Deir Essor. Die Türkei will nicht weiter zusehen.

Medienberichten zufolge ist die syrische Armee mit 250 Panzern und Panzerwagen in die nordöstliche Ölstadt Deir Essor eingerückt. Es sei geschossen worden und schwere Explosionen hätten die Stadt erschüttert. Der UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hatte zuvor vergebens an Präsident Baschar el Assad appelliert von der blutigen Niederschlagung der Aufstände abzulassen. Das war der erste Kontakt seit April, in der Zwischenzeit hatte Assad es abgelehnt mit dem Generalsekretär zu sprechen.

Die Türkei reagiert: Außenminister Davutoglu reist nach Syrien

Am Dienstag wird sich der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu nach Syrien begeben. Die Türkei habe ihre Geduld mit Syrien verloren und werde nicht tatenlos zusehen, so Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan: „Wir waren bis jetzt sehr geduldig und haben abgewartet, ob sie das hinbekommen, ob sie auf das hören werden, was wir ihnen gesagt haben. Aber unsere Geduld ist nun am Ende.“ Bei dem Besuch von Außenminister Davutoglu sollte die Position der Türkei noch einmal im Gespräch unterstrichen werden, so Erdogan: „Das weitere Vorgehen hängt davon ab, welche Antwort wir erhalten.“ Das was in Syrien geschehe sei für die Türkei eine „innere Angelegenheit“, keine Sache der Außenpolitik.

Die Türkei, eigentlich ein naher Freund von Syrien, wurde im Laufe der Zeit immer kritischer bezüglich der Art wie das Land auf die Anti-Regime-Aufstände reagierte, die im März ihren Anfang nahmen. Erdogan nannte die blutigen Niederschläge „grausam“ und warnte Präsident Assad davor Gewalttaten wie die vom Massaker in Hama 1982 zu wiederholen. Doch die syrischen Truppen griffen Hama am vergangenen Sonntag an, schnitten die Elektrizität, die Telefonverbindung und das Internet der Stadt ab und verhinderten die Versorgung mit Hilfsgütern. Die Zahl der Toten lässt sich noch nicht genau bestimmen.

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