Talfahrt in Asien, doch Europa bleibt ruhig

Die europäischen Börsen haben am Montag ruhig auf die Herabstufung der USA reagiert, zeitweise stiegen die Kurse sogar. Anders die Lage in Asien: Bis zu vier Prozent büßen die Indizes ein. Sorgenvoll richten sich die Blicke nach Europa.

Die europäischen Börsen zeigen vorerst keine Wirkung: Trotz der schlechten Bonität der USA gab es am Montagmorgen an keinem europäischen Aktienmarkt Panik, im Gegenteil: In Frankfurt startete der DAX sogar mit leichten Gewinnen.

Das Augenmerk der Finanzwelt liegt nun auf zweierlei: Auf der Frage, was die Entwiclung für Deutschland und China bedeutet, welche europäischen Staaten als nächste dran sind und was die großen institutionellen Anleger machen werden.

G7 Krisengespräch noch in der Nacht zum Montag

Nicht nur die Tokioter Börse eröffnete am Montag im Minus. Auch die südkoreanische Börse in Seoul und der australische Markt in Sydney büßten rund ein Prozent ein. Noch in der Nacht haben sich die Finanzminister der G7 zu einer Telefonkonferenz besprochen. Das Ergebnis: Geschlossen haben sie sich zu ihrer Verantwortung für stabile Aktienmärkte bekannt und erklärten, auch in den kommenden Wochen engen Kontakt zu halten, um notfalls schnell eingreifen zu können.

Das Sicherheit gebende Signal verhallte zunächst jedoch ungehört. Während der Goldpreis in Rekordhöhe schoss gingen die Börsen in China und Hongkong parallel zum Ölpreis weiter auf Talfahrt. Nachdem bereits mit einem Minus eröffnet wurde, ging es mit den Kursen in der Folge noch weiter nach unten. Am Vormittag fiel der Hang Seng Index in Hongkong um fast vier Prozent. In Shanghai und Shenzhen das gleiche Bild. Zunächst nur mit einem Minus von rund einem Prozent belastet, mussten in den darauf folgenden Stunden ebenfalls schwere Verluste von drei bis vier Prozent hingenommen werden.

Für Deutschland gibt es keinen Anlass zur Sorge

Derweil werden in Europa die nächsten Sorgenkinder Italien und Spanien „verarztet“. „Unser Ziel ist ein stabiler Euro. Dafür müssen Italien und Spanien jetzt ihre Haushalte massiv konsolidieren und die Defizite deutlich zurückfahren“, so FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle. Er ist sich sicher, gerade Italien könne die Krise aus eigener Kraft bewältigen. Gleiches gilt offenbar auch für die Bundesrepublik. Die deutschen Banken seien nach Einschätzung des Chefs des Bankenrettungsfonds Soffin gegen eine neue Krise grundsätzlich gut gerüstet. „Es gibt keinen Anlass zur Sorge mit Blick auf konkrete Einzelfälle der heimischen Finanzindustrie“, beruhigt. Soffin-Chef Christopher Pleister.

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