Gewalt in Syrien: USA bitten Türkei um Hilfe

In Anbetracht der zunehmenden Gewalt in Syrien hat sich die USA jetzt an das Nachbarland Türkei gewandt. Am Dienstag wird der türkische Außenminister Ahmet Davutoğlu Damaskus besuchen. Noch einmal soll er dann den sofortigen Stopp der blutigen Niederschlagungen fordern.

Bereits am vergangenen Sonntag hat ein Telefonat zwischen US-Außenministerin Hillary Clinton und ihrem türksichen Kollegen gegeben. Währenddessen haben beide über die anhaltende Gewalt und Sicherheits-Operationen in Syrien diskutiert.

Wie Sprecher Mark Toner bekannt gab, stellte Clinton die Position der USA noch einmal deutlich heraus: Das syrische Militär müsse sich umgehend zurückziehen und alle im Zuge der Unruhen gemachten Gefangene sofort freilassen. Anschließend bat sie Davutoğlu diese Botschaften gegenüber der syrischen Regierung im Zuge seines Besuches ein weiteres Mal zu unterstreichen.

Das Telefonat der beiden Außenminister fand auf Initiative der USA statt. Beide Länder stünden in dieser Sache aber ohnehin in engem Kontakt, so das türkische Außenministerium. Gleichzeitig mit Clinton und Davutoğlu gabe es auch Gespräche zwischen US-Botschafter Francis Ricciardone und İbrahim Kalın, direkter politischer Berater von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan. Details wurden bisher allerdings nicht bekannt.

Syrien will gegenüber Ahmet Davutoğlu nicht nachgeben

Am vergangenen Samstag gab Premier Erdoğan bekannt, dass Davutoğlu am kommenden Dienstag in Damaskus sein werde, um dort „eindeutige Botschaften“ der Türkei anzubringen. Er solle Syrien warnen, dass der Geduldsfaden in Ankara mittlerweile sehr dünn sei. Immer wieder hat das Land einen Appell an Syrien gerichtet, Baschar al-Assad solle die Greueltaten gegen das eigene Volk beenden und die vom Volk verlangten Reformen in Angriff nehmen. Ohne Erfolg. Schließlich platzte dem Premierminister der Kragen und er verkündete „Unsere Geduld ist am Ende!“. Syrien müsse sich auf ernsthafte Konsequenzen einstellen. Die Reaktion des Nachbarn fiel jedoch trotzig aus. So werde man am Dienstag ebenfalls mit „noch eindeutigeren Botschaften“ aufwarten, falls Davutoğlu es so wolle.

Allein in den letzten Wochen sind in Syrien mehr als 300 Menschen im Zuge der Unruhen gestorben. Es waren die blutigsten Tage seit Beginn der Proteste. Den schwärzesten Tag erlebte Deir el-Zour am vergangenen Sonntag. Dort kamen mindestens 42 Menschen ums Leben.

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