Doppelmörder von Berlin: Mehmet Y. schiebt Schuld auf den Schwiegervater

Nach Angaben der Ermittler ist er "eiskalt". Verantwortlich für die Bluttat, bei der er am vergangenen Donnerstag zwei Frauen im Berliner Stadtteil Gesundbrunnen erschossen hatte, will er allerdings nicht sein. Mehmet Y. wurde in der Nacht zum Montag vor einer U-Bahn-Station in Neukölln festgenommen.

Ganze 86 Stunden war der 25-jährige Türke Mehmet Y. seit der grauenvollen Tat auf der Flucht. Als ihn das Spezialeinsatzkommando der Polizei endlich dingefest machen konnte, leistete er keinen Widerstand.

Mittlerweile hat er die Tat, mit Hilfe eines Dolmetschers, gestanden. Die Schuld sucht der junge Mann jedoch bei jemand anderem: Auslöser für das Blutbad soll seinen Angaben zu Folge das Abschirmen seiner Ex-Frau Feride durch den Schwiegervater gewesen sein. Die dadurch entstandene Verzweiflung habe ihn dazu getrieben, dass er am vergangenen Donnerstag seine Schwägerin Leyla C., 22 Jahre, und seine Schwiegermutter Nevin C., 45, erschossen habe, als diese in einem Auto im Stadtteil Gesundbrunnen unterwegs gewesen waren. Ihr 27-jähriger Bruder Ferit C.  kam mit dem Leben davon. Derzeit liegt er allerdings noch immer schwer verletzt im Krankenhaus. Sein Zustand ist kritisch.

Mehmet Y. schiebt die Schuld auf den Schwiegervater

Nach der Tat suchte Mehmet Zuflucht in einem leer stehenden Krankenhausgebäude im Stadtteil Buckow. Nachdem er festgenommen wurde, führte der die Polizeibeamten sofort zur Tatwaffe.  Die im Verhör gemachten Aussagen des jungen Türken lösten derweil Kopfschütteln aus: „Dieser Mann hat allem Anschein nach eiskalt auf seine ehemalige Frau gefeuert und den Tod von Familienangehörigen in Kauf genommen und schließlich auch verursacht. Die Schuld dafür einem trauernden und am Boden zerstörten Mann geben zu wollen, ist ein Hohn“, so ein Kriminalbeamter. Der Vater habe lediglich seine Tochter beschützen wollen. Er sei von Anfang an gegen die Beziehung der beiden gewesen.

Mehmet Y. wurde nicht zum ersten Mal auffällig. Bereits ein Gerichtsurteil von 2008 zeugt von seiner Gewaltbereitschaft. 2010 sprach er zudem Todesdrohungen gegen seine Frau und seine Schwägerin aus. Auch eine Verurteilung zu zehn Monaten Haft wegen gefährliche Körperverletzung sind in seinem Strafregister zu finden. Jetzt muss sich Mehmet Y. wegen weitaus mehr Vergehen verantworten: Doppelmord, versuchter Mord, gefährliche Körperverletzung und unerlaubter Waffenbesitz.

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