Facebook ist out: Londonder Widerstand über Blackberry

Die Krawalle in London stellen nicht ein reines Chaos dar. Über den BlackBerry Messenger haben sich die Randalierer organisiert.

Die Unruhen in den Straßen Londons entstanden, nachdem Mark Duggan, ein Anwohner Stadtteils Tottenham, von einem Polizisten erschossen worden war. Kurz nach dem Tod des 29-Jährigen wurde eine Facebook-Gedenkgruppe ins Leben gerufen. Polizei und Medien wurden besonders durch eine Nachricht auf der Seite auf diese aufmerksam, die besagte: „Bitte ladet Bilder oder Videos von Tottenham von heute Nacht hoch. Teilt mit Leuten die Botschaft darüber, warum das zu einem Volksaufruhr wurde.“ Neben diesen aufhetzenden Worten, gab es Beschreibungen von Randalierern zu ihren Taten und dem weiteren Vorgehen. Einige teilten Bilder von brennenden Polizeiautos.

Private BlackBerry-Nachrichten lassen sich nicht leicht verfolgen, aber der Hersteller will mit der Polizei kooperieren

Auch Twitter wurde als Plattform für den Austausch von Treffpunkten genutzt. Die Polizei kam dem aber auf die Spur. Die beliebteste Kommunikationsform der Randalierer lässt sich aber nicht so leicht verfolgen: Der BlackBerry Messenger (BBM) Mehr als ein Drittel der britischen Teenager besitzt ein Blackberry Handy, es ist weit beliebter als iPhones oder Android Smartphones. Der Instant Messenger für Sofortnachrichten bei BlackBerry ist kostenlos, man kann mehreren Personen gleichzeitig schreiben und die Behörden können dies nicht direkt verfolgen. Nach dem Austausch von PIN-Nummern wird eine private Unterhaltung möglich.

Die britische Onlinezeitschrift The Guardian gibt an, über verschiedene Quellen an solche Unterhaltungen gelangt zu sein. Eine Nachricht ruft „alle Menschen aus allen Teilen Londons“ zu Vandalismus an den Geschäften in der Oxford Street auf. Man werde Schaufenster von Geschäften zerstören „also kommt und holt euch (kostenlose Sachen!!!) F***t die Bullen wir werden sie mit UNSEREM Aufruhr in die Schranken weisen! >:O […] Wenn ihr einen Bruder siehst…GRÜßT! Wenn ihr einen Bullen seht… SCHIEßT!“

Der BlackBerry Hersteller Research in Motion (RIM) sicherte der Polizei seine Unterstützung zu. Die privaten Nachrichten wären demnach nicht so privat wie angenommen. Wie viel Information das Unternehmen an die Polizei weitergeben wird, ist aber noch unklar.

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