Türkischer Aktienmarkt: „Größere Verluste als bei den Krisenstaaten“

Für Ali Bahçuvan, Präsident der türkischen Aktionärsvereinigung (BORYAD), stehen die starken Verluste des türkischen Aktienindex IMKB in den vergangenen Tagen nicht im Einklang mit den starken wirtschaftlichen Grundlagen der Türkei.

Als Reaktion auf den starken Rückgang des IMKB in den vergangenen Tagen sagte Ali Bahçuvan, Präsident der türkischen Aktionärsvereinigung (BORYAD) am Dienstag, dass „die Regierung nun umgehend die Durchführung der notwendigen Schritte einleiten“ und zur Kenntnis nehmen müsse, dass der türkische Aktienmarkt „größere Verluste erlebt als der von anderen Ländern, die sich im Kern des Krisengeschehens“ befänden. Für ihn stünden die Verluste des IMKB nicht im Einklang mit den starken wirtschaftlichen Grundlagen der Türkei. Die türkische Wirtschaft wuchs 2010 um fast neun Prozent und erzielte auch im ersten Quartal dieses Jahres bereits ein weiteres Wachstum um elf Prozent – hinter China das weltweit größte.

Leichte Erholung an den Börsen am Dienstag

Die europäischen Börsen, einschließlich der Istanbuler Börse, hatten am Dienstag verhalten auf Spekulationen reagiert, dass die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) mit einem neuen Staatsanleihen-Aufkaufprogramm der amerikanischen Konjunktur möglicherweise unter die Arme greifen könnte. Die meisten von ihnen schlossen am Dienstag schwach, wenn auch leicht im Plus gegenüber den starken Verlusten zu Wochenbeginn. Der türkische Aktienindex IMKB, der am Montag drastisch abgestürzt war, hatte sich am Dienstag wieder leicht erholen können und stieg um 1,3 Prozent auf 52.961 Punkte.

Auch der Dow Jones erreichte nach einer Achterbahnfahrt an der New Yorker Wall Street – ein zwischenzeitlicher Einbruch ließ den amerikanischen Aktienindex um sieben Prozent fallen – bei Handelsschluß ein Plus von 3,98 Prozent bei 11.239 Punkten. Der deutsche Aktienindex DAX schloss ebenfalls leicht erholt auf fast unverändertem Niveau mit einem Minus von 0,1 Prozent bei 5.917 Punkten.

Die Ratingagentur Standard & Poor’s hatte den USA in der Nacht zum Samstag die Bestnote in Sachen Kreditwürdigkeit entzogen, indem sie deren Bonitäts-Note von AAA“ auf „AA+“ um eine Stufe herabgesetzt hatte. Dies hatte weltweite Turbulenzen auf den Aktienmärkten ausgelöst. Die Schuldenkrise in einer Reihe von Ländern der Eurozone wie Italien und Spanien sowie die höher als erwartet ausgefallene Inflationsrate Chinas taten ihr Übriges.

Türkische Lira verliert

Die größten Verluste an der türkischen Börse hatte es vor allem am ersten Handelstag gegeben. Der IMKB-Index brach am Montag gegenüber Freitag um sieben Prozent ein und und fiel  auf 50.469 Punkte. Die türkische Lira verlor gegenüber ausländischen Währungen an Wert und landete bei 2,49 Lira für einen Euro. In der vergangenen Woche hatte die türkische Zentralbank ihren Leitzins mit Begründung der Staatsschulden einiger europäischer Länder überraschend von 6,25 Prozent auf 5,75 Prozent gesenkt.

 

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