„Auch Berlin muss brennen“: Linksradikale wollen London nacheifern

Auch in der vierten Nacht kommt Großbritannien nicht zur Ruhe. Die Krawalle dauern an. Immer weiter breiten sie sich aus. Wenn es nach dem Willen von Linksextremiten geht, sollen sich in Deutschland schon bald ähnliche Szenen abspielen. Die ersten "Kämpfer" hätten schon begonnen.

„London brennt! – Wann folgt endlich Berlin?!“, hetzt ein Beitrag seit dem 9. August 2011 auf der linksextremen Internetseite „linksunten.indymedia.org„. Gelobt werden darin die so genannten „Fighter-Groups“, die derzeit weite Teile Londons kontrollieren würden und „die Insignien des Kapitalismus und der rassistischen Ausbeutung in Flammen aufgehen“ ließen.  Die Aufforderung des Autors, der unter dem Pseudonym „riot“ agiert: „Jetzt ist kämpferische Solidarität mit den Londoner Genoss_innen gefragt!“

Droht Berlin ein Aufstand der unterdrückten Massen?

Die ersten „Kämpfer“, so der Schreiber weiter, wären schon da. Bereit seit Wochen gäbe es in der Hauptstadt „flammende Zeichen des Aufstandes und der Revolution“. Fast jede Nacht würden „die kapitalistischen Wohlstandsburgen der saturierten rassistischen ‚Mehrheitsgesellschaft‘ mit Feuer und Flamme angegriffen“. Doch das Ende der Fahnenstange ist nach Meinung von „riot“ noch lange nicht erreicht. Auch für Berlin erwartet er einen „Auftand der rassistisch und sozial unterdrückten Massen“. Und erklärt deshalb: „Feuer und Flamme für Deutschland! Praktische Solidarität mit den Londoner Fighter_innen! Auch Berlin muss brennen!!!“

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Auch in Deutschland eskalieren Situationen aus Nichtigkeiten

Blühen der Bundesrepublik also bald ähnliche Zustände wie auf der nahegelegenen Insel? Der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, sieht die Lage jedenfalls als sehr ernst an und warnt: „Die Ausschreitungen sind das Ergebnis von krimineller Energie, Verachtung gegenüber dem Staat und sozialer Ausgrenzung einzelner Bevölkerungsschichten.“ Diese „hoch explosive Mischung“ sei seiner Meinung nach auch in Deutschland vorhanden. Gerade in Großstädten wie Berlin oder Hamburg, das hätten beispielsweise Ausschreitungen am 1. Mai gezeigt, bestünde die Gefahr, dass aus nichtigen Anlässen rasch derartige Brennpunkte entstünden, die nur schwer in den Griff zu bekommen seien.

Wendt setzt daher auf Prävention und fordert mehr Personal und bessere Technik, um soziale Netzwerke und andere Kommunikationsmittel, die derzeit auch die Krawalle in Großbritannien koordinieren, besser überwachen zu können.

Hans-Peter Friedrich sieht keine gesellschaftlichen Spannungen

Ganz anders wird die Situation von Innenminiter Hans-Peter Friedrich berurteilt. Krawalle, wie sie sich derzeit in England abspielen, sieht er nicht auf Deutschland zukommen. Seiner Meinung nach sei die soziale Integration hierzulande in den vergangenen Jahren deutlich vorangekommen. Er erklärt: „Gesellschaftliche Spannungen wie aktuell in England haben wir glücklicherweise derzeit nicht.“ Zudem gäbe es in der Bundesrepublik einen Konsens darüber, dass Gewalt gegen unbeteiligte Personen kein Mittel sei, mit dem man seine politischen oder sonstigen Ansichten durchsetze.

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