Junger Türke stirbt im dänischen Knast: War der Wärter schuld?

Neue Hinweise deuten darauf hin, dass der Tod des jungen Türken Ekrem Sahin im Januar dieses Jahres von einem der Wärter verursacht worden sein könnte. Dieser hatte sich offenbar auf ihn gesetzt, während er mit Handschellen gefesselt war.

Ekrem Sahin, ein 23-jähriger türkischer Häftling, der eine zweijährige Haftstrafe im dänischen Gefängnis in Kolding verbüßte, starb, nachdem er im Januar 2011 von Gefängniswärtern angeblich schwer geschlagen wurde und ins Koma gefallen war.

Şahins Herz hatte nach dem Vorfall ausgesetzt und er war ins Krankenhaus gebracht worden. Dort hatten ihn die Ärzte zwar wiederbeleben können, aber der junge Türke blieb in einem kritischen Zustand. Şahin war vier Tage später gestorben.

Dem dänischen TV-Sender TV2 war kürzlich eine Aufnahme eines Telefongesprächs zwischen der  Notrufbereitschaft der Polizei und einem Wärter aus dem Gefängnis zugespielt worden. Darin ist zu hören, wie der Wärter erzählt, dass er auf Şahin saß, während dieser mit Handschellen gefesselt war. Diese Information ist neu und taucht das erste Mal seit dem sieben Monaten zurückliegenden Vorfall auf.

„Die Polizei hat uns und alle anderen belogen.“

Professor Jörgen Lange Thomsen, der Untersuchungsrichter, der Şahins Autopsie durchgeführt hatte, sagte, dass eine neue Autopsie in Anbetracht der neuen Informationen notwendig wäre. Thomsen kritisierte gleichzeitig die Polizei, ihn nicht über das Gespräch zwischen der Polizei und der Wache informiert zu haben und fügte hinzu, dass Şahins Tod mit ziemlicher Sicherheit von dem auf ihm sitzenden Wärter ausgelöst wurde.

Şahins Mutter, Nermin Kalkan, sagte, die Familie sei schockiert gewesen, davon zu erfahren: „Die Polizei hat uns und alle anderen belogen. Sie wussten, dass die Wache auf ihm saß, als er in Handschellen war“, so Kalkan.

Die dänische Polizei hat eine genaue Untersuchung des Vorfalls angekündigt. Der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu sprach der Familie Sahins nach dem Vorfall sein Beileid aus. . Er soll als Şahin der Familie, um zu kondolieren. Şahins Onkel Yusuf Sahin teilte gegenüber „Zaman“ mit, Davutoğlu habe ihm versichert, die dänischen Beamten kontaktiert zu haben und die Entwicklungen in diesem Fall weiterhin genau zu verfolgen. „Der Anruf des Ministers war ein großer Trost für unsere Familie“, so Yusuf Sahin.

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.