Assad bewegt sich: Truppenabzug aus Hama

Aufatmen nach zehn Tagen Belagerung. Am Donnerstag ziehen erste Panzer und schwere Artillerie aus der syrischen Rebellenhochburg Hama ab. Auch die Journalisten haben nun wieder Zutritt und können direkt vor Ort berichten.

Am vergangenen Dienstag war Ahmet Davutoglu mit dem syrischen Präsidenten Baschar al-Assad zusammengetroffen. Mehrmals hatte die Türkei im Vorfeld Warnungen ausgesprochen, das blutige Vorgehen gegen das eigene Volk zu beenden. Doch das Gespräch, das auch eine klare Botschaft der USA bereithielt, schien völlig ins Leere zu laufen. Noch während der Begegnung kam es zu neuen Überfällen durch die syrische Armee.

Am Donnerstag scheint es, als wären DavutoglusWorte doch nicht gänzlich verhallt, so zumindest die Interpretation von Premier Recep Tayyip Erdoğan. Er deutet den Umstand, dass das Militär damit begonnen hat erste Panzer aus der besetzten Stadt Hama abzuziehen, als Zeichen dafür, dass das Treffen wohl doch Früchte getragen hat.

Davutoğlu und Erdoğan werten Abzug der Armee als Erfolg

Während eines Treffens der AKP erklärte Erdoğan, dass der türkische Botschafter in Syrien, Ömer Önhon, Hama am Mittwoch einen Besuch abgestattet hätte. „Er erzählte uns, dass die Panzer dabei wären die Stadt zu verlassen. Das ist ein Zeichen, dass unsere Initiative Ergebnisse zeigt,“, so der Premier weiter.

Das Treffen zwischen Davutoğlu und Assad hatte sich am Dienstag über mehr als sechs Stunden hingezogen. Gesprochen wurden über die Schritte, die Syrien nun zu vollziehen hätte, um die Gewalt im Land zu beenden. Nachdem Davutoğlu in die Türkei zurückgekehrt war, stellte er heraus, dass das, was Syrien in den nächsten Tagen tun würde, entscheidend sei. Die Belagerung der Stadt Hama, Schauplatz des Massakers von 1982, hatte am Vorabend des heiligen Fastenmonats Ramadan begonnen.

Internationale Journalisten dürfen wieder nach Hama

Die jetzige Berichte vom Abzug der Panzer und schwerer Artillerie wurden auch von Davutoğlu bestätigt. Daneben wurden seit Beginn der Militäroffensive nun erstmals wieder Journalisten nach Hama hineingelassen. Auch das hätte zu den Ratschlägen gehört, die er gegenüber Assad geäußert hätte. Türkische wie weitere internationale Medienvertreter würden die Stadt in den nächsten Tagen aufsuchen, um direkt vor Ort über die Ereignisse zu berichten, so der Außenminister, der noch einmal betonte, dass der Zugang der Medien auch zu anderen Städten immens wichtig sei.

Die jetzigen Schritte der syrischen Regierung nahm Davutoğlu mit Wohlwollen zur Kenntnis, höchst erfreut, dass diese bereits weniger als 24 Stunden nach dem Treffen umgesetzt würden. Erdoğan betonte jedoch noch einmal: Ein Ende des Blutvergießens und der Gewalt hätten absolute Priorität. „Das Versprechen von Reformen überzeugt niemanden solange Menschen sterben.“

Auch andere Nationen haben sich unterdessen eingeschaltet. Derzeit sind Delegationen Brasiliens, Indiens und aus Südafrika auf dem Weg nach Damaskus, um dort politische Gespräche aufzunehmen.

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