Sekten-Expertin Ursula Caberta: Fliege, Nena und Kerkeling in der Kritik

In ihrem neuen Buch "Schwarzbuch Esoterik" nimmt die Hamburger Scientology-Expertin Ursula Caberta viele Prominente ins Visier. Neben dem ehemaligen TV-Pfarrer Fliege, gehören auch Entertainer Hape Kerkeling und Sängerin Nena zur Riege derer, die von ihr für den eigenen Lebensstil oder bestimmte Aussagen gerügt werden.

Auf Grund der massiven Veränderungen der Esoterik-Szene in den vergangenen 20 Jahren, hat sich die ehemalige Politikerin, die ihr Augenmerk sonst auf Scientology legt, nun auch diesem Gebiet zugewandt. Durch zunehmende Orientierungslosigkeit in einer sich verändernden Welt, Angst vor der persönlichen oder globalen Zukunft oder einfach der Wunsch nach Veränderung im Leben seien die Menschen empfänglich geworden für gefährliche Angebote aus dieser Szene.

TV-Pfarrer Fliege nutzt seine Prominenz aus

Der Esoterikmarkt sei, so die 61-jährige Sozialdemokratin, rasant gewachsen. Heute würden gut 20 Milliarden Euro Umsatz pro Jahr gemacht. Ein treffendes Beispiel sei hier ihrer Meinung nach TV-Pfarrer Fliege, dessen gleichnamiger Talk in den Jahren 1994 bis 2005 ausgestrahlt wurde. Der evangelische Pastor, sei, so Caberta zum Esoteriker, der keine Hemmungen mehr habe und mittlerweile sein ‚komisches Weihwässerchen‘ verkaufe, mutiert. Auch nutze er seine Prominenz scheinbar aus, um Esoterik-Scharlatane hoffähig zu machen.

Während Fliege die Vorwürfe in der Zwischenzeit zurück gewiesen hat, hat die „Fachreferentin für neureligiöse Gemeinschaften und Psychogruppen“ der Stadt Hamburg auch andere Stars im Visier. Selbst nie Sektenmitglied, sei gerade Nena „durch ihre spirituellen Höhenflüge (…) ein wunderbarer Aufhänger für die gesamte käufliche Spiritualitätsbranche“. Kritik erntet auch Hape Kerkeling, der vor noch nicht allzu langer Zeit den Jakobsweg erwandert und ein Buch dazu geschrieben hat. „Wenn der Entertainer sich als ‚Buddhist mit christlichem Überbau‘ bezeichnet, muss er sich fragen lassen, wie viele neue Opfer er damit in der esoterischen Welt produziert“, so Caberta scharf.

Jedes Vierteljahr kriecht ein neuer Guru aus dem Gully

Eigentlich, so gesteht die Expertin, habe sie nichts gegen Menschen, die öffentlich ihr Glaubensbekenntnis abgeben. „Aber es gibt so einen Trend, dass jeder meint, er müsse erzählen, welches Wässerchen ihm bei welcher Krankheit geholfen hat. Das ist neu, und es passt leider in die Landschaft. Man hat ja das Gefühl, dass jedes Vierteljahr ein neuer Guru aus dem Gully kriecht. Gleichzeitig wächst die Verunsicherung: Was wird aus meinem Job? Was aus meinen Finanzen? In solchen Zeiten greifen die Leute gern zu schnellen Hilfsmitteln.“

Sie ist überzeugt, dass die Diskussionen darüber hitziger geführt werden müssten. Bisher sei immer nur von gefährlichen Minderheiten die Rede gewesen. Doch für sie sei die Mehrheit der Esoteriker, die es gebe, gefährlich.

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