TV-Pfarrer Fliege: Caberta diffamiert Menschen wegen ihres Glaubens

In ihrem "Schwarzbuch Esoterik" geht Sekten-Expertin Ursula Caberta den ehemaligen TV-Pfarrer Jürgen Fliege scharf an. Er soll zum Esoteriker mutiert sein und seine Bekanntheit ausnutzen. Der weißt die Vorwürfe zurück und spricht von Diffamierung.

„Dass Frau Caberta mithilfe des Hamburger Senats, also mit Steuergeldern, Menschen wegen ihres Glaubens diffamiert, tut mir am meisten weh“, reagiert der ehemalige TV-Pfarrer Jürgen Fliege auf die Vorwürfe der Sozialdemokratin. Diese hatte ihn kritisiert, weil er ihrer Meinung nach seine Prominenz nutzen würde, um mit fragwürdigen Essenzen und Raumtrocknern Geschäfte zu machen.

Für die Sektenexpertin sei Fliege in den letzten Jahren vom evangelischen Pastor zum Esoteriker mutiert. Er habe „alles vergessen, was er in christlicher Geschichte vielleicht mal gelernt hat“. Sie stößt sich vor allem an der so genannten „Fliege-Essenz“. Ein Wässerchen, das er durch Gebete und Handauflegen bereichert haben will und 95 ml für 39,95 Euro verkauft. Ebenfalls fragwürdig ist für Caberta, dass Fliege versuche mit Hilfe seiner Bekanntheit Esoterik-Scharlatane hoffähig zu machen und „ihnen einen Anstrich von Seriosität“ verleihe.

Scientology muss man „gesamtgesellschaftlich nicht fürchten“

Auch das sieht Fliege anders. Der von ihm beworbene Mauertrockner funktioniere. „Wenn ein Scientologe wie auch seine Konkurrenz ein Gerät herstellt, von dessen Wirksamkeit in meinem Haus, in Kirchen, Gemeindehäusern sich sogar TV-Teams haben überzeugen können, dann weiß ich in unserer speziellen deutschen Situation nicht, warum ich die Akzeptanz eines Produkts an der religiösen Überzeugung des Herstellers festmachen soll.“ Der Hersteller des Produkts hätte wie andere auch für die Werbung in seine Sendung bezahlen müssen. Scientology sei eine „religiöse Männer-Sekte aus Kalifornien, die Erfolg als Gott verehrt“. In Deutschland lebten nicht mehr als 5000 Mitglieder. Man müsse sich also vor ihr „gesamtgesellschaftlich nicht fürchten“, so die Einschätzung des Theologen.

Pastorenamt ist mit Esoterik unvereinbar

Schützenhilfe erhält Caberta hingegen vom Vorsitzenden der Konferenz Bekennender Gemeinschaften in den Evangelischen Landeskirchen Deutschlands (EKD), Pastor Ulrich Rüß. Der Hamburger erklärt: „Das Pastorenamt ist mit Esoterik und Esoterik-Business unvereinbar.“ Es gelte die Christen vor Neuheidentum und pseudoreligiösen Scharlatanen zu warnen. Wer sich der Esoterik verschreibe, könne nicht evangelischer Pastor sein.

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