Journalisten finden sich mit Zensur in der Türkei ab

Ein kürzlich veröffentlichter Bericht zeigt, dass ein sehr hoher Prozentsatz von Journalisten in der Türkei akzeptiert, dass es Zensur und Selbstzensur in den türkischen Medien gibt.

So zeige ein aktueller Bericht des Istanbuler Universätsprofessors Esra Arsan nach einer Befragung von 67 Journalisten aus verschiedenen Medien, wie „Milliyet“, „Hürriyet“, „Zaman“, „Taraf“, „Sabah“, „Habertürk“ und „Sözcü“, dass 85,1 Prozent der befragten Journalisten Zensur und Selbstzensur in den türkischen Medien als „absolut geläufig“  einstufen, während 14,9 Prozent meinen, es sei „ziemlich weit verbreitet“, berichtet „Hürriyet„.

Beim Entscheidungsprozess um die Auswahl der Nachrichten glaubten 95 Prozent der befragten Journalisten, der Staat greife ein und 89 Prozent, die Eigentümer der Medien seien hier verantwortlich. Zudem habe sich dem Bericht zufolge der Einfluss auf die Nachrichtenkontrollen vom Militär in der Vergangenheit zugunsten der Polizei heute verschoben.

Angst vor der Regierung sowie der Macht der Medien-Bosse

Mehr als 50 Prozent sagten, sie würden aus Angst vor der Regierung sowie der Macht der Medien-Bosse ihren Ton beim Schreiben abmildern. 64,5 Prozent hätten Angst, dass sie vor Gericht für den Inhalt der Artikel in Haftung genommen werden könnten.

Die meist zensierten Geschichten seien die der Beziehungen der Medieneigentümer untereinander (92 Prozent) sowie Geschichten, wegen derer andere Journalisten ins Gefängnis gewandert seien (67 Prozent).

Der Bericht mache auch den mangelnden Organisationsgrad unter den Journalisten in der Türkei deutlich. So seien nur 21 Prozent derjenigen, die an der Umfrage teilnahmen, Mitglied der Journalisten-Union. Auch hätten 89 Prozent betont, die gesetzlichen Vorschriften zum Schutz der Freiheit der Medien seien nicht genug.

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