Alles gelogen? Volleyballerin soll im Bus selbst zugeschlagen haben

Die Meldungen über die Volleyballspielerin Nurcan Ibrahimoglu, die im öffentlichen Verkehr in Istanbul aufgrund ihrer Minishorts belästigt wurde, hat sich als eine Lügengeschichte erwiesen.

Eine Spielerin des Frauen-Volleyballteams des Vereins Besiktas wollte vor zwei Wochen Anklage gegen einen Mann erstatten, der sie im Bus aufgrund ihrer Shorts beschimpft und körperlich angegriffen hatte– erfolglos. Der Vorfall sorgte für viel Empörung. Doch jetzt rücken die Aussagen vom Busfahrer und Augenzeugen das Ereignis in ein neues Licht.

Nurcan Ibrahimoglu schlug Mann mit Metallgegenstand

Bei der Polizei in Ayazaga hatte die Volleyballspielerin Nurcan Ibrahimglu Anzeige gegen einen Mann erstatten wollen, der sie nach eigener Aussage am 28. Juli in einem Bus wegen ihrer kurzen Beinbekleidung beschimpft und körperlich angegriffen hatte. Doch weder die Polizisten noch die Gerichtsmediziner nahmen die junge blonde Frau ernst. Nun sagten der Busfahrer und ein Augenzeuge vor dem Justizgericht des Istanbuler Stadtteils Sisli aus. Diese teilten dem Polzeipräsidium Sisli in Istanbul mit, dass die Volleyballspielerin einen jungen Mann laut beschimpft und ihn mit einem einer Hundekette ähnlichen Metallgestand auf den Kopf geschlagen habe, obwohl dieser sich bei ihr mehrmals entschuldigt hatte, weil er ihr auf den Fuß getreten war. Ferner sagte Uymaz, dass der junge Mann die Volleyballspielerin weder geschlagen noch beschimpft habe. Außerdem sollen die Volleyballspielerin und der Mann nicht nebeneinander gesessen haben, wie es in der Presse zuvor erschien.

Der Busfahrer war nach eigener Aussage auf den Vorfall durch den lauten Streit im hinteren Teil des Busses aufmerksam geworden. Er teilte der Polizei mit, dass Ibrahimoglu ihre Füße ausgestreckt gehalten habe und dadurch drei Gäste über ihre Füße gestolpert seien. Weitere Mitfahrer sollen laut Aussage des Busfahrers gesagt haben, dass es eine Unverschämtheit seitens der Vollballspielerin gewesen sei, den jungen Mann zu Unrecht geschlagen und beschimpft zu haben. „Erst prügelst du und dann fluchst du auch noch rum“, sollen die Mitreisenden nach Angaben des Fahrers gesagt haben. Daraufhin habe dieser gerufen: „Ich fahre den Bus direkt zur Polizeiwache, dann besprechen wir das Ganze direkt mit einem Polizisten“, woraufhin die Volleyballspielerin ausgestiegen sei.

Frauen organisieren sich über Facebook

Der Vorfall sorgte nach der fehlgeschlagenen Beschwerde von Ibrahimoglu für viel Empörung, der besonders in den sozialen Netzwerken im Internet Luft gemacht wurde. In Facebook und Twitter verabredeten sich die Spielerinnen des Nationalteams in ihren Spielshorts, eine Aktion gegen den Busfahrer starten: Sie wollen mit ihren Minishorts alle gemeinsam in denselben Bus einsteigen, in dem Ibrahimoglu behauptet, belästigt und geschlagen worden zu sein. Außerdem starteten sie Kampagnen mit dem Wortlaut „Findet das Schwein“.

Es stellte sich später heraus, dass bei der Untersuchung Ibrahimoglu’s im Krankenhaus von Kagithane keine Anzeichen auf Körperverletzung gefunden wurden.

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