Anonymous: Geplanter Facebook-Angriff ist ein Fake

Von einer "Operation Facebook" wollen Aktivisten des Hacker-Kollektivs Anonymous nichts wissen. In einem Video wurde angekündigt, dass das Soziale Netzwerk am 5. November zerstört werden soll. Sie sagen, das alles sei ein "furchtbares Missverständnis".

Wegen laxer Datenschutzbestimmungen und weitergabe der Daten an Dritter, so wurde in einem entsprechenden YouTube-Clip von einer blechernen Computerstimme angekündigt, solle das Netzwerk am 5. November, dem so genannten Guy-Fawkes-Day „getötet“ werden. Vielfach nahmen die Medien die Ankündigung auf. Facebook-SicherheitsChef Joe Sullivan war in Alarmbereitschaft: „Wir nehmen alle Drohungen dieser Art sehr ernst.“

Doch: Erste Spekulationen, ob es sich dabei nicht um einen Fake handeln könnte, machten schnell die Runde. Fast parallel dazu distanzierten sich erste Mitglieder des Hacker-Kollektivs via Twitter und andere Kanäle von diesem Vorhaben und betonten, dass es sich hierbei um einen Scherz handle. In der Tat stellt sich jetzt heraus: Das alles war ein Riesiges Missverständnis, das, laut Anonymous-Mitgliedern, außer Kontrolle geraten sei. Doch etwas komplizierter als ein einfacher Scherz ist es schon.

„Operation Facebook“ wurde bereits Mitte Juli eingestampft

So soll es vor einigen Monaten tatsächlich eine „Operation Facebook“ gegeben haben, die von zehn bis 20 Mitgliedern des Kollektivs ins Leben gerufen wurde. Ziel sei damals aber nicht gewesen, das Netzwerk zu zerstören, sondern lediglich auf Handhabung der Plattform mit privaten Daten hinzuweisen und eine gewisse Sensiblität für die persönlichen Daten zu erzeugen. Denn Facebook speichere die Daten selbst dann, wenn der User seinen Account bereits gelöscht habe. Die Gruppe hatte einen Zwei-Stufen-Plan. Zunächst wollten sie die User dazu auffordern ihre Profile am 5. November zu löschen. Anschließend sollte eine eigene Alternative zu Facebook entwickelt werden. Bereits Mitte Juli habe man sich jedoch dazu entschlossen, dieses Vorhaben wieder fallen zu lassen und sich der Entwicklung von Anonplus, zu widmen.

Unglücklicherweise seien nicht alle Gedankenspiele nach Einstellung der Pläne gelöscht worden. Jetzt wurden diese von einigen übereifrigen Aktivisten wieder entdeckt, die nun diese Panik auslösten. Ein Video entstand und die Medien seien nun über die Überreste dieses mittlerweile wieder aufgegebenen Vorhabens gestolpert. Daraus entstand am Ende die Geschichte des heimtückischen Plans von der Zerstörung Facebooks.

Mehr hier und hier und hier.

Lesen Sie dazu außerdem:

Anonymous: Am 5. November wird Facebook “getötet”

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.