Facebook spielt Eltern: Kids-Einladung nur mit Warnung

Tausende Menschen, die sich über Facebook zu einem Treffen verabreden. Partys, die anschließend eskalieren - inklusive Sachbeschädigung und Verletzten. Schlagzeilen dieser Art häuften sich. Jetzt will das Netzwerk selbst der Sache einen Riegel vorschieben. Testweise sollen dazu entsprechende Warnhinweise versandt werden.

„Wenn die öffentliche Sicherheit und Ordnung gefährdet wird, müssen Facebook-Partys im Vorweg verboten werden“, war Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) noch Anfang Juli dieses Jahres überzeugt. So weit will das Unternehmen aus Palo Alto nicht gehen. Dennoch hat das Netzwerk jetzt reagiert.

In einer Testphase werden seit vergangenen Donnerstag Warnhinweise versandt, um so Minderjährige so an den folgenschweren Party-Einladungen zu hindern. Wenn User unter 18 Jahren eine solche Veranstaltung anlegen, werden sie künftig ausdrücklich auf die Gefahren hingewiesen.

Warnhinweis kann ein Versehen künftig verhindern

Der jetzige Schritt stößt auch in der Politik auf Wohlwollen. Nachdem Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner das Zuckerberg-Unternehmen zum Handeln aufgefordert hatte, sieht der Internetbeauftragte der FDP-Bundestagsfraktion, Manuel Höferlin, den neuen Warnhinweis als einen Schritt in die richtige Richtung. Er erklärt: „Die Ankündigung von Facebook, das Erstellen von öffentlichen Veranstaltungen für Jugendliche ab heute durchsichtiger zu gestalten und sie vor den möglichen Konsequenzen zu warnen, ist zu begrüßen.“ In jüngster Zeit habe es öfters Probleme gegeben, wenn Jugendliche zu vermeintlich privaten Festen einluden und daraufhin wider Erwarten massenhaft fremde Personen erschienen. Als Reaktion, so fasst der Politiker zusammen, habe Facebook mit Behörden, Politikern und Polizei gesprochen, wie solche Situationen in Zukunft verhindert werden könnten. „Dies ist ein richtiger Schritt in die richtige Richtung. Ab heute erhalten Personen, die auf Facebook eine Veranstaltung erstellen, einen auffälligen Hinweis, dass die Veranstaltung öffentlich und für alle sichtbar wird“, so Höferlin weiter.

Facebook sollte auch bei der Gesichtserkennung reagieren

Versehen würden so in Zukunft hoffentlich minimiert werden. Allerdings, so merkt er an, könnten die Bemühungen des Netzwerks och weiter gehe: „Ein solches umsichtiges Vorgehen wünscht sich die FDP-Bundestagsfraktion von Facebook im Vorfeld auch in weiteren Punkten, wie beispielsweise bei der Gesichtserkennung von Fotos und der Angabe von Telefonnummern.“

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