Syrien: Eine internationale Intervention ist nicht vom Tisch

Die Türkei kann eine internationale Militärintervention gegen Syrien nicht mehr ausschließen, wenn Präsident Baschar al-Assad sich weiterhin weigert, die blutigen Attacken gegen das eigene Volk einzustellen. Die Uhr gegen das Regime tickt merklich lauter.

Wie jetzt aus türkischen Regierungskreisen bekannt wurde, hatte der türkische Außenminister Ahmet Davutoğlu bei seinem Treffen mit dem syrischen Präsidenten Baschar al-Assad am vergangenen Dienstag auch einen Brief des türkischen Präsidenten Abdullah Gül im Gepäck.

Baschar a-Assad könnte zu einer historischen Figur werden

Darin schreibt Gül an Assad gewandt: „Ich möchte nicht, dass Sie eines Tages zurückblicken und bedauerlicherweise feststellen, dass das, was Sie getan haben zu wenig war und zu spät geschehen ist.“ Tieftraurig würde das türkische Volk derzeit auf die Ereignisse in Syrien blicken. „Es ist höchste Zeit, dass Sie Ihre Herrschaft auch mutig zeigen.“ Denn für Assad, so ist Gül überzeugt, tue sich hier eine einmalige Chance auf. Er könnte, wenn er nicht vom „Wind des Wandels“ weggetragen würde, durch das Einleiten der Reformen zu einer historischen Persönlichkeit werden.

Der Brief ist jedoch mehr als ein Appell. Ankara betrachtet das Schreiben als „Ultimatum“ in Richtung Damaskus. Werde Assad weiterhin gegen das eigene Volk vorgehen, so könne das Land nicht länger auf eine Freundschaft mit der Türkei bauen. „Seit etwa acht Monaten versuchen wir die westlichen Alliierten davon zu überzeugen, dass man Assad mehr Zeit geben müsse, um Reformen umzusetzen. (…) Doch wenn ein Regime nicht auf die Ratschläge seines Freundes und Nachbarn hören will und weiter das Feuer auf seine eigenen Leute eröffnet, dann kann dieses Regime nicht länger ein Freund der Türkei sein“, so der anonyme Informant.

Offene Unterstützung des Irans ist Erdogan ein Dorn im Auge

Ein weiterer Faktor, der den Geduldsfaden der Türkei in den Augen von Premier Recep Tayyip Erdogan „überspannt“ hat, ist die Tatsache, dass die iranische Regierung offen seine Unterstützung für Syrien erklärt hat. „Syrien wird bereits von einer religiösen Minderheit beherrscht, die der schiitischen Mehrheit im Iran sehr nahe steht“, so die Quelle weiter. „Eine weitere Eskalation der Spannungen könnte zu religiösen Kämpfen führen. Und das nicht nur in Syrien, sondern auch im Irak.“ Für die Türkei ergebe sich dadurch eine denkbar ungemütliche Situation. Schließlich befänden sich auf beiden Seiten der Grenzen Anhänger der verschiedensten islamischen Strömungen.

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