Schrecken in Somalia: Öffentliche Enthauptungen und zurückgelassene Babies

Einem Bericht der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) zu Folge haben im somalischen Bürgerkrieg alle Konfliktparteien gegen das Völkerrecht verstoßen und tun es noch immer. Derweil werden die Szenen im Land immer dramatischer: Erschöpfte Flüchtlinge lassen sogar ihre Babies in den Lagern zurück.

Die Regierung, die von den Truppen der Afrikanischen Union (AU) unterstützt wird, hat, ebenso wie die Rebellen der radikalislamischen al-Schabab-Miliz im Kampf um die Hauptstadt Mogadischu Zivilisten getötet, so ein neu veröffentlichter HRW-Bericht.

Darin heißt es: „Es gab ernsthafte Verletzungen des internationalen Menschenrechts (die Gesetze des Krieges) durch die Parteien des Konflikts, darunter der rücksichtslose Beschuss von zivilen Bereichen und von Infrastruktur, willkürliche Arreste und Verhaftungen und kollektives Töten. Der Konflikt hatte einen nicht ausdrückbaren Einfluss auf die Fähigkeit der Zivilisten aus ausgedörrten Gegenden zu fliehen, um jenseits der Grenze, in Äthiopien oder Kenya, Hilfe zu bekommen. Fliehenden Zivilisten wurde entweder der Fluchtweg versperrt oder, im Falle der Shebab-Miliz, Menschen wurden vorsätzlich am Gehen gehindert.“

Miliz führt Enthauptungen und Auspeitschungen durch

Somalier, die aus Shebab-kontrollierten Regionen geflohen seien, so der Report weiter, hätten  von umfassenden Verstößen gegen die Menschenrechte berichtet. Die Shebab-Miliz führe noch immer öffentliche Enthauptungen und Auspeitschungen durch. Erwachsene und Kinder würden unter Zwang rekrutiert, beinahe jeder Aspekt des menschlichen Verhaltens und Soziallebens werde kontrolliert, die Einwohner würden um die dringend benötigten Versorgungsgüter gebracht, wie Essen oder Wasser. „Die Bevölkerung in Gegenden, die von der Übergangsregierung und ihren Verbündeten kontrolliert werden, sind ebenfalls Verletzungen der internationalen Menschenrechte und des humanitären Völkerrechts ausgesetzt. Das beinhaltet willkürliche Arreste und Verhaftungen, Einschränkungen in der Rede- und Versammlungsfreiheit und wahllose Angriffe, bei denen Zivilisten verletzt wurden.“

Auf der Flucht lassen die Menschen sogar ihre Babies zurück

Unter den Menschen, denen eine Flucht aus Somalia gelingt sind allerdings einige, die ihre Babies im riesigen Flüchtlingslager in Dadaab zurück lassen, so die Organisation „Save the Children“. In den letzten Monaten habe man Rekordzahlen von elternlosen Kindern bei Pflegefamilien untergebracht, darunter auch einige Babies, die von ihren Eltern verlassen wurden, nachdem diese die Flüchtlingslager erreicht hatten.

Der Grund hierfür ist unklar, es wird jedoch angenommen, dass es sich um eine Verzweiflungstat der Eltern handelt, die wochenlang ohne Essen, Wasser oder einen Schlafplatz unterwegs waren. Prasant Naik, der Leiter der Organisation in Kenya dazu: „Wir können nur mutmaßen, wie hoch der Level der Verzweiflung sein muss, damit Eltern ihre kleinen Babies zurück lassen. Nachdem sie von Somalia hergekommen sind, ohne Essen oder Wasser, scheinen manche Eltern nicht mehr die Kraft aufzubringen, für ihre Kinder zu sorgen, obwohl sie jetzt Hilfe bekommen.“

 

Hinweis der Redaktion: Wenn Sie für Somalia spenden möchten, können Sie dies hier tun:

Die Partnerorgansistion von Kimse Yok Mu in Deutschland ist der Verein Time To Help (Yardim Zamani)-  Weitere Informationen unter http://www.timetohelp.eu/. Natürlich können Sie auch Spenden in die Türkei überweisen. In diesem Fall findet Sie die nötigen Informationen unter www.kimseyokmu.org.tr. Als Verwendungzweck bitte angeben: afrika gida yardimi

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