Türkei warnt Syrien: Armeeeinsatz stoppen!

Der türkische Außenminister Ahmet Davutoğlu hat sich knapp eine Woche nach seinem Besuch in Damaskus noch einmal mahnend an Syrien gewandt. Das Land müsse seine Militäroperationen sofort stoppen. Andernfalls gäbe es nichts mehr zu bereden.

Davutoğlu war am vergangenen Montag vor die Reporter getreten, nachdem es seit Donnerstag erneut zu umfassenden Niederschlagungen in ganz Syrien gekommen ist. Seit fünf Monaten dauern die Unruhen, die die elfjährige Herrschaft von Präsident Baschar al-Assad beenden sollen, mittlerweile an. Wiederholt hat die Türkei das sofortige Ende dieser blutigen Niederschlagungen gefordert.

„Falls diese Operationen nicht aufhören, dann gibt es über die Konsequenzen nichts mehr zu bereden“, stellt der türkische Außenminister nun noch einmal klar. Das sei das letzte Mal, dass man sich an die syrische Führung wende. „Wir erwarten, dass diese Einsätze sofort und ohne Wenn und Aber beendet werden“, so Davutoğlu, der gegenüber dem ehemaligen Freund und Nachbarn den bisher schärfsten Ton anschlägt.

Truppenrückzug: Signal aus Syrien hielt nicht lange an

Er stellte heraus, dass die Türkei immer auf der Seite des syrischen Volkes stehen werde. Wohlwollend habe man beobachtet, wie kurz nach dem Zusammentreffen mit Präsident al-Assad in der Tat Truppen abgezogen wurden. Doch das hielt nicht lange an. Bereits seit Donnerstag laufen die Angriffe weiter.

Jeden Tag, so Davutoğlu, habe man Kontakt mit der syrischen Regierung gehabt, um das Blutvergießen zu beenden. Immer sei es darum gegangen, dieses sofort zu stoppen. Gerüchte, dass man dem Regime dafür eine gewisse Zeit eingeräumt habe, wies er zurück. Die Botschaft der Türkei sei eindeutig: Sämtliche Militäroperationen in den großen Städten müssen unverzüglich beendet werden und sich die Armee umgehend zurückziehen. Die Normalität müsste endlich wieder zurückkehren.

Türkei bemüht sich seit Monaten um friedliche Lösung

Die türkische Führung, die a-Assad einst unterstützt hat, forderte ihn in den vergangenen Monaten schon mehrmals auf, sich endlich zurückzuhalten und stattdessen lieber Reformen einzuläuten. „Im Kontext der Menschenrechte kann das hier nicht als eine interne Sache des Landes angesehen werden“, so der Minister weiter.

Die Türkei hat in den vergangenen Monaten nicht nur Gespräche mit Damaskus geführt. Premier Recep Tayyip Erdogan stand auch in Kontakt mit den USA. Gegenüber US-Präsident Barack Obama äußerte er die Hoffnung, dass Syrien binnen zehn bis 15 Tagen Reformen einleiten werde. Das erwies sich als Trugschluss. Den größten Zwischenfall gab es am vergangenen Sonntag in Latakia. Hier kamen mehr als 30 Menschen ums Leben.

Mehr hier.

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.