Hilfsgüter für Somalia gestohlen und verkauft!

Getreidesäcke und andere Essenswaren, die für die hungernden Somalis gedacht waren, wurden gestohlen und auf Märkten verkauft. Geschäftstüchtige Diebe scheinen die internationale Hungerhilfe zu unterhöhlen.

Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen teilte mit, es habe in den letzten zwei Monaten Untersuchungen zum Diebstahl von Hilfsgütern gegeben. Es verurteilte zugleich scharf, den „hungernden und verletzlichen Somalis auch nur die geringste Menge an Essen wegzunehmen“. Das Ausmaß und der Grad der Krise würden keine Auslassung der Hilfeleistung erlauben, sondern zu „vielen unnötigen Todesfällen“ führen.

Familien mussten Essen nach dem Fototermin wieder zurückgeben

Nicht einmal, wenn die Hilfsgüter die Familien in den Flüchtlingslagern erreichen, seien sie sicher. Familien in dem von der Regierung geführten großen Badbado-Lager gaben an, sie hätten das Essen zurückgeben müssen, nachdem Journalisten Fotos von ihnen damit geschossen hatten. Nach Angaben der UN sind mehr als 3,2 Millionen Somalis, beinahe die Hälfte der Bevölkerung, auf Hilfsgüter angewiesen. Die Auswirkungen der schweren Dürre, erschwert durch den lang anhaltenden Krieg, sind stark zu spüren. Mehr als 450.000 Somalis leben in Hungergebieten, die von der al-Qaida nahen Miliz kontrolliert werden. Hilfsgüter hier her zu bringen ist schwer. Gemäß den USA sind bislang 29.000 somalische Kinder unter fünf Jahren gestorben.

Können Hilfsorganisationen etwas gegen die Diebstähle ausrichten oder muss das US-Militär in Somalia einrücken?

Die Diebeszüge werfen nun die Fragen auf, ob es Hilfsorganisationen überhaupt möglich ist, wirklich die hungernden Menschen zu erreichen, ob sie und die Regierung gewillt sind, die Korruption zu bekämpfen und ob die Verteilung von Hilfsgütern nicht nur den 20 Jahre anhaltenden Bürgerkrieg nährt. Joakim Gundel, Leiter von Katuni Consult, einem Unternehmen in Nairobi, das oft zur Einschätzung der Lage in Somalia herangezogen wird, dazu: „Indem man hungernden Menschen hilft, versorgt man auch die mächtigen Gruppierungen, die aus dem Unglück ein Geschäft machen, mit. Man rettet heute die Leben von Menschen, damit sie morgen sterben können.“

Fast die Hälfte der Hilfsgüter wird verkauft

Mitarbeiter des Welternährungsprogramms haben Stellen der möglichen Essensumverteilung aufgedeckt. Dabei setzen sich die Helfer aber immer einem großen Risiko aus. Seit 2008 sind 14 Mitarbeiter der Organisation gestorben. Es wird angenommen, dass beinahe die Hälfte der Hilfsgüter von skrupellosen Geschäftsleuten gestohlen und auf Märkten in Mogadischu verkauft wird. 1992 waren diese Diebstähle von Hilfsgütern der Grund, weshalb das US-Miliär in Somalia eingerückt ist. Dies könnte nun wieder geschehen.

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.