Mehr Migranten auf deutschem Arbeitsmarkt beschäftigt

Statistiken der Bundesagentur für Arbeit und des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) beleuchten die Arbeitsmarktlage für Migranten in Deutschland in den Zeiten des Fachkräftemangels. Die Beschäftigungsquote von Ausländern hat um 5.5% zugenommen, die der Deutschen um 1,7%.

Laut einer im Juli 2011 von der Bundesagentur für Arbeit veröffentlichten Arbeitsmarktanalyse für Ausländer waren 32% der Ausländer bzw. Deutschen mit Migrationshintergrund und 54,1% der Deutschen im Dezember vergangenen Jahres sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Damit hat die Beschäftigungsquote von Ausländern um 5.5% zugenommen, die der Deutschen ebenfalls – um geringere 1,7%. Dennoch machen Ausländer gerade einmal knapp 7% der Beschäftigten aus.

Auch die Anfang August vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) herausgegebene Studie „Sozialversicherungspflichtig beschäftigte Ausländerinnen und Ausländer in qualifizierten Dienstleistungen“ stellt trotz Zunahme an Beschäftigten in den letzten Jahren einen unterdurchschnittlichen Anteil von Ausländern im Dienstleistungssektor fest. In Westdeutschland, wo der Ausländeranteil fast drei Mal so hoch ist wie in Ostdeutschland, ist die Beschäftigung allerdings im Vergleich geringer. In den Bundesländern Baden-Württemberg, Hessen, Saarland, Hamburg und Bayern machen Ausländer den größten Anteil an Beschäftigten aus.

Eine Erwerbstätigkeit aufgenommen haben (gegenüber dem Vorjahr) 28% der Ausländer und 38% der Deutschen, wobei bei Deutschen im Vergleich zum Vorjahr ein stärkerer Trend zu verzeichnen ist. Insgesamt ging die Arbeitslosigkeit von Ausländern gegenüber dem Vorjahr um 6%, bei Deutschen um 8% zurück. Zuwächse gab es sowohl bei den ausschließlich geringfügig entlohnten Beschäftigungen als auch den geringfügig entlohnten Nebenjobs.

Die Zahl von türkischstämmigen Beschäftigten nimmt stetig ab

Türkischstämmige Migranten machen 24,8% der Gesamtbevölkerung, 25,2% der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten und 32,2% der Arbeitslosen aus. Außerdem wanderten im Jahr 2009 0,8% mehr aus als ein. In vielen Wirtschaftszweigen stellen Türken die größte Ausländergruppe dar. Allerdings ist die Zahl der türkischstämmigen Beschäftigten von fast 10.000 im Jahr 1999 auf rund 7.500 im Jahr 2008 gesunken. Dennoch liegt die Beschäftigungsrate von Migranten aus Italien, Frankreich und Großbritannien noch hinter der der Türkei. Noch weniger Beschäftigte kommen aus Polen, der Russischen Föderation und den Vereinigten Staaten.

Laut der Bundesagentur für Arbeit hat im Jahr 2009 die Bevölkerungsstärke sowohl der Deutschen als auch der Ausländer im erwerbsfähigen Alter (zwischen 15 und 65 Jahren) fast gleichermaßen abgenommen. Allerdings ist die Erwerbsneigung der Deutschen seit Mitte der 90er Jahre spürbar gestiegen. Grund ist die zunehmende Erwerbstätigkeit von Frauen. Die Erwerbsneigung von Ausländern hat sich gemäß des Berichts der Arbeitsagentur nicht verändert. Dagegen hält die Studie des BAMF fest, dass die Zahl der ausländischen weiblichen Beschäftigten in allen Bereichen des Dienstleistungssektors zwischen 1999 und 2008 deutlich zugenommen hat. Sie verzeichneten ebenfalls eine größere Zunahme für ausländische Männer und  für Deutsche beiden Geschlechts.

Gastgewerbe beliebtester Bereich für Deutsche mit Migrationshintergrund

Die meisten Deutschen mit Migrationshintergrund arbeiten nach dem Stand von Dezember 2010 an erster Stelle im Gastgewerbe. Darauf folgen mit einigem Abstand Verkehr und Lagerei, verarbeitendes Gewerbe, gefolgt von Dienstleistungen und privaten Haushalten, Land- und Forstwirtschaft, Fischerei, Baugewerbe, Handel, Instandhaltung und Reparatur von KFZ und schließlich Erziehung, Unterricht, Information und Kommunikation. Das BAMF hält fest, dass die Wirtschaftszweige Grundstücks- und Wohnungswesen, Vermietung, Datenbanken, Forschung und Entwicklung Zuwachsraten bei der Beschäftigung sowohl von Ausländern als auch von Deutschen verzeichnen. Besonders die Beschäftigung von Ausländern vor allem im Bereich Verkehr und Nachrichtenübermittlung und Erziehung und Unterricht ist zwar geringer als noch vor 10 Jahren, jedoch im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.

Einen Rückgang dagegen verzeichnete der Wirtschaftszweig Öffentliche Verwaltung, Verteidigung, Sozialversicherung, Exterritoriale Organisation. Gerade in Wachstumsbranchen, in denen gute Qualifikationen wichtig sind, konnten Ausländer überproportionale Zuwächse verzeichnen. Die Beschäftigungsanteile in den „klassischen“ Bereichen wie Gastgewerbe und Dienste im Gesundheitswesen sind nach Angaben des BAMF rückläufig. Allerdings muss die Abnahme der Beschäftigungen im Gesundheits- und Veterinärwesen vor dem Hintergrund gesehen werden, dass die Zahl der ausländischen Ärzte insgesamt gestiegen ist. Die Zunahme der Beschäftigung im Dienstleistungssektor folgt bei Ausländern wie bei Deutschen dem allgemeinen Trend zur Dienstleistungsgesellschaft. Ausländer weisen, so der Bericht des BAMF, eine überdurchschnittliche Steigerung der Beschäftigungszahlen auf; das gilt insbesondere für Frauen und Zuwanderer aus den neuen EU-Ländern.

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