Türkische Agrar-Experten: Westen trägt Schuld am Hunger in Afrika

Die globale Politik ist schuld an der Knappheit und am Hunger in Afrika, konstatiert Mahmut Çevik, von der Agentur für türkische Zusammenarbeit und Entwicklung (TIKA). Seit 2005 unterstützt die Institution landwirtschaftliche Entwicklungsprogramme auf dem Schwarzen Kontinent.

Die Doppelmoral und eine schlechte Agrarpolitik, die die westliche Welt Afrika auferlege, seien die Hauptgründe hinter der derzeitigen Hungerkatastrophe. „Der Hauptgrund für die Knappheit und den Hunger in Afrika ist die globale Agrarpolitik“, so Mahmut Çevik, Koordinator für das ländliche Entwicklungsprogramm für Afrika von TIKA.

Obwohl die entwickelten Länder für ihre eigene landwirtschaftliche Produktion in höchstem Maße Förderpolitik betreiben würden, ließen sie genau das in den afrikanischen Ländern nicht zu, so Çevik weiter. Afrika sei reich an unterirdischen und oberirdischen Ressourcen, aber es fehlten gebildete und vor allem gut ausgebildete Arbeitskräfte, beschreibt er die prekäre Situation. Dort würden weniger als zehn Prozent des jährlichen Budgets der Landwirtschaft zukommen. In einigen Ländern fehle dieser Sektor gänzlich.

Mangelhafte Ausstattung verhindert erfolgreichen Anbau

Die Ausstattung und die Infrastruktur, um landwirtschaftliche Produkte herzustellen, ließen schwer zu wünschen übrig. Mängel und Unzulänglichkeiten bei den Geräten, im Anbau und beim Transport von solchen Erzeugnissen, würden zu Lasten der Qualität gehen, so Çevik weiter. Das gleiche gelte auch für tierische Produkte. Doch es gibt noch weitere Gründe, warum die landwirtschaftliche Entwicklung nicht richtig in Schwung kommt. Dazu gehören unter anderem beschränkte Wasserressourcen, eine unzureichende Qualität des Saatguts und die mangelhaften Fähigkeiten, gelieferte tierische oder pflanzliche Produkte richtig einzuschätzen. Dazu kämen Bedenken hinsichtlich der Sicherheit und Stabilität, wirtschaftlichen Unzulänglichkeit und Ineffizienz. Dies alles seien Faktoren, die die schlechte Situation auf dem Kontinent verursachen würden.

TIKA bietet seine Hilfe auf verschiedene Weise an. So gibt es Projekte für sauberes Trinkwasser, Landwirtschaft, Viehzucht, Forstwirtschaft und Fischerei. Ziel ist jeweils die Steigerung der Produktion in den Feldern und die Verbesserung des Lebensstandards der Menschen in der Region. So wurden im Rahmen des Programms zahlreiche Brunnen in Äthiopien, Niger und Nigeria errichtet.

Weitere Brunnen und Lazarette für Somalia in Planung

Neben der dringend erforderlichen humanitären Hilfe durch Lebensmittel und andere Dinge, implementiert die Türkei auch Projekte, die den Menschen längerfristig helfen. So würden die Einheimischen zum Beispiel darin geschult werden, wie man von der Landwirtschaft leben könne, so Çevik. TIKA organisiert Ausbildungen in Sachen Landwirtschaft und Viehzucht, Bereiche, die in Ländern wie Burkina Faso, Dschibuti, Äthiopien, Guinea, Guinea Bissau, Mali, Senegal, Komoren, Madagaskar, Tansania, Kenia, Ruanda und Uganda zu den wichtigsten Einnahmequellen zählen.

Mit ihren Projekten will die Agentur gegen die Armut in diesen Ländern ankämpfen und zudem eine gewissen Lebensmittelsicherheit herstellen. So lehrte man den Menschen im Sudan, wie sie ihre eigenen Tomaten hochziehen und Leuten auf den Komoren, wie man erfolgreich Kartoffeln anbaut.

In Zukunft hat TIKA noch viel vor. So wolle man das Fischereiwesen in Mali unterstützen. In der somalischen Hauptstadt Mogadischu und weiteren Städten des Landes sollen weitere Brunnen gebohrt werden. „Nur weil die Leute dort keinen Zugang zu frischem Wasser haben, sterben hier etwa 25 Kinder jeden Tag.“ Daneben sollen auch sechs Lazarette gebaut und fünf Krankenwägen bereitgestellt werden.

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