Vier Jahre Haft für ein Posting auf Facebook!

Neue Medien wie Facebook oder auch der Blackberry-Chat spielen während der Krawalle in Großbritannien eine nicht unwesentliche Rolle. Jetzt hat ein britisches Gericht zwei junge Männer zu vier Jahren Haft verurteilt. Ihr Vergehen: Über Facebook hat sie zum Randalieren aufgerufen.

Der 20-jährige Jordan Blackshaw und der 22-jährige Perry Sutcliffe-Keenan wurden am Dienstag vor dem Staatsgericht in Chester zu jeweils vier Jahren Gefängnis verurteilt. Phil Thompson, stellvertretender Polizeipräsident von Chester, wertete den Richterspruch von Elgin Edwards als „abschreckendes Beispiel und eine klare Botschaft an potenzielle Krawallmacher“. Die Aktivitäten der Anfang 20-Jährigen seien ein deutliches Zeichen dafür „wie heutzutage die Technologie für kriminelle Aktivitäten missbraucht“ werden könne.

Polizei reagierte schnell auf die Facebook-Einträge

Blackshaw hat auf Facebook ein Event mit dem Titel „Macht Northwich nieder“ angelegt.  Ähnlich verfuhr Sutcliffe-Keenan. Er erstellte eine Facebook-Seite namens „Lasst uns Randale machen“. In beiden Fällen hatten die Aufrufe keine realen Auswirkungen. Die Polizei griff schnell ein und konnte so das Schlimmste verhindern.

Seit Beginn der Unruhen am 6. August wurden rund 3,000 Leute verhaftet. 1,200 mussten vor Gericht erscheinen. Die verhängten Strafen sind harsch: Schon kleinste Vergehen, wie das Stehlen einer Kiste Wasser, werden mit Gefängnisstrafen von mehreren Monaten belegt. Auch indirekt Beteiligte, die zum Beispiel gestohlene Dinge bei sich tragen, werden nicht verschont. Zuletzt wurde ein Mann am vergangenen Montag verhaftet, weil er ein Wasserspritzpistolen-Event auf Facebook plante. Insgesamt landen 65 Prozent der Angeklagten derzeit auch im Gefängnis.

Theresa May will sich mit Vertretern von Facebook treffen

Die britische Regierung hat derzeit kein Pardon. Erst vergangene Woche hat Premier David Cameron angekündigt, dass man durchaus darüber nachdenke, den Zugang zu den neuen Medien für bestimmte Leute zu sperren: „Wenn Menschen soziale Netzwerke für Gewalt nutzen, müssen wir sie stoppen“, so Cameron vor dem Parlament. Hierzu wird sich Innenministerin Theresa May, die derzeit auch über Ausgangssperren für Jugendliche nachdenkt, bereits in Kürze mit Vertretern von Facebook, Twitter und dem Hersteller von Blackberry, Research In Motion (RIM) treffen. Twitter hat bisher nicht bestätigt, ob es an den Gesprächen teilnehmen werde.

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