Die Türkei muss sich um Deutschlands Wirtschaft Sorgen machen

Noch brummt die türkische Wirtschaft. Die Arbeitslosigkeit sinkt weiter. In fast allen Bereichen stieg der Zahl der Beschäftigten. Das Wirtschaftswachstum eilt von Rekord zu Rekord. 11% Zuwachs im ersten Quartal katapultierten die Türkei an die Spitze der Weltrangliste.

Premier Recep Tayyip Erdogan forderte seine Landsleute auf, weiter einzukaufen und zu konsumieren. Die türkische Zentralbank senkte die Zinsen, um den Aufschwung nicht zu behindern. Genau hier beginnt das Problem für die Türkei: Die Zinssenkung heizt die Wirtschaft, insbesondere den Konsum an. Kredite sind leicht zu bekommen – wer könnte da widerstehen? Gerade Privatleute und kleinere Unternehmen könnten der Versuchung nachgeben, im Vertrauen auf das türkische Wirtschaftswunder jetzt besonders zu investieren.

Deutschland noch immer wichtigster Handelspartner der Türkei

Sie sollten es sich jedoch genau überlegen: Die faktische Stagnation in Deutschland und weiten Teilen Europas wird auch an der Türkei nicht vorübergehen. Noch immer ist Deutschland der wichtigste Handelspartner für die Türkei. Nicht minder wichtig sind die anderen EU-Staaten. Vor allem im verarbeitenden Gewerbe ist die Türkei eine exportorientierte Weltmacht. Große Textil- und Modeketten werden von türkischer Hand gefertigt. Als Händler sind die Türken wie kaum eine andere Nation in der Lage, den Spagat von billigem Einkauf und hochwertiger Verarbeitung zu schlagen.

Irgendwann wird sich der Abschwung im Gefolge der europäischen Schuldenkrise auf die türkischen Importe nach Europa auswirken. Wenn weniger Modeartikel oder Autos gekauft werden, kommt die Krise auch zu den türkischen Zulieferern oder Herstellern. Darauf sollten sich die unternehmungslustigen türkischen Unternehmer jetzt einstellen. Lieber jetzt einen Gang zurückschalten, als am Ende im Kampf gegen eine Rezession die Letzten zu sein. Die beißen bekanntlich die Hunde.

Michael Maier

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