Hungersnot trotz gefüllter Lager in Somalia

Die Hungerkatastrophe in Afrika hat unbeschreibliche Ausmaße angenommen. Doch jetzt fanden sich Depots, in denen Tonnen an Lebensmittel-Proviant seit Monaten gelagert sind. Sind die Vereinten Nationen überfordert?

Vor drei Monaten sei der Proviant eingelagert worden und man warte noch immer auf den Auftrag der Vereinten Nationen (UN), die Lebensmittel an die Bevölkerung auszuteilen. Das teilte der Verantwortliche der Lagerhallen in der somalischen Hauptstadt Mogadischu mit. Ein dänischer Fernsehsender hatte die Bilder des gefüllten Depots ausgestrahlt und darauf aufmerksam gemacht, dass die Lebensmittel bereits zu faulen beginnen.

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In einem Interview mit der türkischen Tageszeitung „Yeni Safak“ teilte der für Afrika Verantwortliche Murat Uyar von der Humanitären Hilfsorganisation IHH mit, dass die Gefahr von Seuchen, Unterernährung und durch Infektionen bedingtem Durchfall sehr groß sei. Die Vereinten Nationen, so Uyar weiter, würden zurzeit in Mogadischu und Umgebung keine Ernährungs- und Gesundheitshilfe leisten.

Auch der türkische Arzt, Dr. Süleyman Gündüz von der Organisation Ärzte Weltweit fertigte einen Bericht zur Lage in Kenia an, wohin 600 Tausend Menschen aus Somalia geflüchtet sind. Auch er bestätigte, dass es in Kenia, genauso wie in Mogadischu, Probleme bei der Verteilung der Lebensmittel gibt. In dem Bericht heißt es weiter, dass sich die UN ihrer Unzulänglichkeit gegenüber der Lage in der Region bewusst seien. „Benötigt werden Unterkünfte, Essen und Medikamente. Es kann vorkommen, dass Menschen bis zu zwei Tage kein Essen bekommen. Die UN kommen diesem Notstand nicht nach und haben das auch zugegeben“, heißt es in dem Bericht.

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