Anti-Terrorkampf: Türkei baut Stellungen im Nordirak aus

Die Türkei bereitet sich auf einen Strategiewechsel im Kampf gegen die Terrororganisation PKK im Nordirak vor. Nach einer Sitzung des Nationalen Sicherheitsrats (MGK) wurden erste Details bekannt.

Vertraulichen Quellen zufolge, die sich auf eine Sitzung des Nationalen Sicherheitsrats (MGK) unter Vorsitz von Präsident Abdullah Gül am Donnerstag berufen, hat die Regierung erste Maßnahmen beschlossen, mit welcher Strategie sie in Zukunft gegen die PKK vorgehen will, so berichten türkische Medien. Das Treffen am Donnerstag steht im direkten Zusammenhang mit dem, was Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan einige Tage zuvor als „neue Ära im Kampf gegen den Terrorismus“ bezeichnet hatte.

Die Türkei unterhält eine 2500 Mann starke Truppe im Nordirak, die im Jahr 1995 mit Zustimmung der kurdischen Regionalregierung eingesetzt worden war. Ziel der Regierung ist es nun, die Suche nach PKK-Terroristen möglichst professionell fortzuseten. In den vergangenen Tagen flogen türkische Streitkräfte vielfache Luftangriffe auf mutmaßliche Stützpunkte kurdischer Rebellen im Nordirak. Die Militärbasen in Diyarbakır und Batman wurden mit Munition und anderen Waffen verstärkt. Ebenso wurden die Landstreitkräfte in den letzten Tagen mobilisiert, vor allem in den Regionen nahe der irakischen Grenze. Die eingesetzten Truppen der Außenposten in Bamerni, Batufa, Kanimasi und Dilmentepe im Nordirak werden verstärkt.

Die Regierung plant außerdem, dem Parlament eine überarbeitete Resolution vorzulegen, die ihr grenzüberschreitende Operationen weiterhin erlaubt. Das derzeitige parlamentarische Mandat läuft am 18. Oktober aus. Des Weiteren besteht die Hoffnung der Türkei, die USA zu mehr militärischer Unterstützung bei der Ausführung ihrer Operationen zu bewegen. Die wichtigste Änderung in der Strategie sieht jedoch die Schaffung einer stärkeren Allianz zwischen dem Militär und der Polizei im Kampf gegen den Terrorismus vor, besonders in ländlichen Gebieten in Südost-Anatolien. Verfolgt wird ein multilateraler Ansatz bei der Bekämpfung der PKK, von der Bereitstellung von professionellen Einheiten in und außerhalb der Türkei bis zu einer erhöhten Informationsbeschaffung.

Zuletzt waren am Mittwoch bei einem Angriff der PKK auf einen militärischen Konvoi in Çukurca in der südöstlichen Provinz Hakkari neun Soldaten sowie ein Wachmann getötet worden. Innerhalb eines Monats wurden mehr als 30 türkische Soldaten von der PKK getötet.

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