Sorge um Julia Timoschenko: Wurde sie vergiftet?

Der Gesundheitszustand der ins Gefängnis geworfenen Oppositionspolitikern verschlechtert sich. Julia Timoschenko wurde daraufhin das absurde Angebot gemacht, sich vom stellvertretenden Gesundheitsminister untersuchen zu lassen.

Ihr Unterstützer und die EU sind in Sorge um die ehemalige ukrainische Regierungschefin Julia Timoschenko: Ihr Gesundheitszustand hat sich seit Donnerstag weiter verschlimmert. Die von den Behörden in einem Willkürakt inhaftierte Politikern war nach einer angeblichen „Prozessstörung“ ins Gefängnis geworfen worden. Ihre Sprecherin Natalia Lyssowa sagte in Kiew, dass Timoschenko weiter ernsthaft erkrankt sei. Schon wärend des Prozesses hatten sich ihre Anhänger über eine geheimnisvolle Krankheit irritiert gezeigt. Man habe bei Timoschenko „beunruhigende Symptome“ festgestellt.

Timoschenko wird weiterhin das Recht verweigert, sich von einem Arzt ihres Vertrauens untersuchen zu lassen. Die Oppositionspolitikerin lehnte ihrerseits die Untersuchung durch eine staatliche Medizierkommission ab. Dieser hätte groteskerweise auch ein stellvertretender Gesundheitsminister angehören sollen.

Timoschenkos Anhänger halten auch eine Vergiftung durch das mit äußerster Härte gegen sie vorgehende Regime für möglich. Ihr schärfster Gegner, Staatschef Viktor Janukowitsch, schrecke vor nichts zurück, weil er die Jeanne d’Arc der orangenen Revolution als die größte Gefahr für seine politische Karriere sehe. Sie fühlen sie an den Fall des vor sieben Jahren vergifteten ehemaligen Präsidenten der Ukraine, Wiktor Juschtschenko, erinnert. Dieser hatte 2004 mit Vergiftungs-Symptomen zu kämpfen, die bis heute nie ganz aufgeklärt wurden. Er selbst äußtere damals den Verdacht, er sei aus politischen Gründen von ukrainischen Behörden vergiftet worden.

Die EU ließ verlauten, dass man zwar weiter mit der Ukraine über einen Beitritt sprechen wolle, der Umgang mit Timoschenko und die damit zusammenhängende autoritäre Entwicklung im Land „nicht positiv“ sei.

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