Libyen: Die Rebellen kontrollieren Tripolis

Bereits in der Nacht feierten die Rebellen auf dem zentralen Platz der libyschen Hauptstadt Tripolis. Die Verteidigung von Diktator Muammar al-Gaddafi ist zusammengebrochen. Zwei seiner Söhne, darunter auch Saif al-Islam, wurden gefangen genommen. Jetzt ringen die Aufständischen um die Gaddafi-Residenz.

Die Waffenruhe hielt nur kurz: Seit den frühen Morgenstunden sind in Tripolis wieder Feuergefechte zu hören. Am Sonntag hatten die Rebellen weite Teile der Stadt unter ihre Kontrolle gebracht. Die Bilder dieser Nacht von Hunderten feiernden Aufständischen, die sich auf dem Grünen Platz versammelt hatten, dem Ort, an dem sich zuvor Gaddafis Anhänger zusammenfanden, gingen um die Welt.

Gaddafis Sohn Seif el Islam festgenommen

Gut sechs Monate nach Beginn der Unruhen gratulierte der Nationale Übergangsrat dem Volk nun via SMS „zum Fall von Muammar Gaddafi“. Auch seinen potentiellen Nachfolger, Gaddafis Sohn Seif el Islam, haben sie dingfest gemacht.

Die Eroberung, die unter dem Titel „Operation Meerjungfrau“ läuft, hat jedoch einen hohen Preis. Bei den schweren Gefechten mit Anhängern des Diktators kamen allein am vergangenen Sonntag 1300 Menschen in der Hauptstadt ums Leben. Nach wie vor gibt es Widerstand.

Muammar al-Gaddafi offenbar nicht mehr in Tripolis

Ob Muammar al-Gaddafi allerdings noch in der Stadt ist, gilt als ungewiss. Zwar wandte er sich binnen kürzester mit drei Audiobotschaften an die Libyer – zuletzt forderte er in der Nacht zum Montag zum Kampf gegen die Rebellen auf – von wo die Nachrichten allerdings stammen, ist nicht bekannt. Derzeit gibt es Spekulationen, ob er sich eventuell nach Südafrika absetzen wolle.

Während in einigen Städten des Landes, so auch in der Rebellenhochburg Benghasi, bereits gefeiert wird, gibt sich Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen zurückhaltend. Er mahnt: „Je früher Gaddafi einsieht, dass er den Kampf gegen sein eigenes Volk nicht gewinnen kann, desto besser – auf diese Weise bleibt dem libyschen Volk weiteres Blutvergießen und Leid erspart.“ Gleiches ist auch aus den USA zu hören. Libyen, so US-Präsident Barack Obama, „entgleitet der Umklammerung eines Tyrannen“. Seine Leibgarde hat ihre Waffen bereits niedergelegt, heißt es von Sprechern der Aufständischen.

Hier die Szenen, die sich auf dem Grünen Platz ereigneten:

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