Gaddafi Sohn Seif al Islam noch kein Gefangener der Rebellen

Anders als bisher vermutet, ist Gaddafis Sohn Seif al Islam nicht in der Gewalt der Rebellen. Der 39-Jährige zeigte sich am frühen Morgen überraschend vor dem Rixos-Hotel in Tripolis. Der Verbleib von Muammar al-Gaddafi selbst ist weiterhin unbekannt.

Bisher hatte es geheißen, dass sich Seif al Islam, ebenso wie zwei weitere Brüder, in den Händen der Aufständischen befinden würde. Diesen Gerüchten trat er in der Nacht entgegen und zeigte sich in einem von zahlreichen ausländischen Journalisten bewohnten Hotel in der libyschen Hauptstadt.

Muammar al-Gaddafi angeblich noch in Tripolis

Dass Tripolis weitestgehend unter Kontrolle sei bestritt er vor den anwesenden Reportern ebenso wie eine Flucht seines Vaters. Der befände sich „selbstverständlich“ noch in Tripolis und sei in Sicherheit. In einem Konvoi aus gepanzerten Geländewagen unternahm er  gemeinsam mit den Journalisten eine Fahrt durch einige Teile der Stadt, wo er ihnen bewaffnete Anhänger des Regimes präsentierte. Diese führte sie auch vor Gaddafis extrem geschützten und mit einem komplizierten Bunkersystem ausgestatteten Gebäudekomplex Bab al Asisija. Zuvor hatten NATO-Kampfflugzeuge das Anwesen bombardiert. Ob sich Gaddafi in seiner Festung aufhält, blieb auch in der Nacht weiter unklar.

Ebenso ungewiss bleibt, ob sich Seif al Islam überhaupt in Rebellenhand befunden hat oder wie sein Bruder Mohammed wenige Stunden zuvor geflüchtet war. Beides ließ er während der Begegnung im Dunkeln. Der Internationale Strafgerichtshof (ICC) hatte die Festnahme Seif al Islams eigentlich bestätigt. Der dritte der Brüder, Al Saadi, befindet sich offenbar noch in Gefangenschaft.

Rebellen erhalten Unterstützung aus Misrata

Am Morgen setzten sich die Unruhen auch außerhalb von Tripolis fort. Rund 80 Kilometer westlich der Stadt lieferten sich Rebellen und Gaddafi-Treue heftige Auseinandersetzungen. Fokus der Kämpfe ist die Stadt Al-Odschailat. Dort hatte es erst vor kurzem eine Demonstration von Gaddafi-Anhängern gegeben. Zudem erhalten die Rebellen derzeit weitere Verstärkung aus Misrata. Mehrere Schiffe mit Hunderten Bewaffneten erreichten die Hauptstadt über den Seeweg.

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.